Flucht Richtung Toiletten war fatal
Sicher ist, dass sich innerhalb von Sekunden dichter Qualm und Flammen ausbreiteten. Fatalerweise flüchteten die meisten Gäste offenbar desorientiert in den hinteren Teil des Gebäudes, in die Nähe der Toiletten, wo es kein Entkommen gab. Hier wurden später die meisten Opfer gefunden. Auch mindestens ein Mitglied der Live-Band soll in dem Feuer gestorben sein.
Bangkoks Gouverneur zufolge brachen viele Menschen nahe der Toiletten zusammen und versperrten anderen damit die Fluchtwege. Die Polizei prüft aber auch, ob Notausgänge möglicherweise verschlossen waren. Derweil stürmten zahlreiche Gäste schreiend aus der Vordertür, während der Pub schon lichterloh brannte und gewaltige Flammen aus der Eingangstür schlugen.
Erinnerungen an andere Brandkatastrophen
"Dieser Vorfall hat die gesamte thailändische Nation zutiefst erschüttert und dient als schmerzhafte Mahnung, dass solche Tragödien durch Brände in Unterhaltungsstätten niemals wieder vorkommen dürfen", teilte der Bürgermeister der Touristenstadt Pattaya, Poramet Ngampichet mit. Er ordnete umgehend umfassende Sicherheitsinspektionen aller Unterhaltungsbetriebe in Pattaya an, das zwei Autostunden von Bangkok entfernt liegt.
Das Unglück ruft Erinnerungen unter anderem an die Brandkatastrophe von Crans-Montana in der Schweiz vor rund sechseinhalb Monaten hervor, bei der bei einer Silvesterparty 41 Menschen ums Leben gekommen waren. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, rund 80 davon schwer.
Der Bürgermeister von Pattaya erinnerte an zwei verheerende Brände in Thailand, im Santika-Club in Bangkok 2009 und im Mountain-B-Club in der Provinz Chonburi 2022. 2009 waren während einer Silvesterfeier im Club Santika im Stadtteil Ekkamai 67 Menschen bei einem Feuer ums Leben gekommen. Funken eines Feuerwerks bei einer Bühnenshow hatten damals den Brand ausgelöst. 2022 waren bei einem schweren Brand in einem Nachclub etwa 150 Kilometer südöstlich von Bangkok mehr als 20 Menschen getötet worden. Die Flammen hatten sich durch leicht entflammbaren Schalldämmstoff rasend schnell ausgebreitet.
Das Leben in Chatuchak geht derweil zu Wochenbeginn schon wieder normal weiter. Nur wenige Meter vom Unglücksort haben Garküchen und Streetfood-Stände geöffnet. Gleich neben dem Pub tummeln sich Hunderte Menschen im Einkaufszentrum Union Mall bei Starbucks Coffee und McDonald's. Nur ein paar Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr erinnern an die Tragödie, die sich hier abgespielt hat. Und ein beißender, giftiger Gestank.