Breitbrunn Aus für die Sandstein-Erlebniswelt

Günther Geiling
Zerschlagen sind die Pläne für die „Sandsteinwelt“ – so wie der Kopf von „Präsident Snow“, der hier einst aus weißem Sandstein für Werbezwecke gefertigt worden war. Foto: /Günther Geiling

Kein Geld, kein Rückhalt in der Bevölkerung: Der Breitbrunner Gemeinderat legt die „Erlebniswelt Fränkischer Sandstein“ einstimmig zu den Akten. Langwierige Planungen sind damit hinfällig.

Breitbrunn - Der Traum von der „Erlebniswelt Fränkischer Sandstein“ in der Gemeinde Breitbrunn ist jetzt endgültig ausgeträumt – und eine lange Planungsphase gehört damit der Vergangenheit an. Für Überraschung sorgte am Dienstag die einmütige Abstimmung im Gemeinderat mit 13:0 Stimmen und dem Beschluss: „Das Vorhaben ,Erlebniswelt fränkischer Sandstein’ soll nicht fortgeführt werden. Der Gemeinderatsbeschluss vom 24.11.2020 über die Fortführung des Vorhabens wird aufgehoben“.

Bereits im Jahre 2013 hatte es erste Überlegungen gegeben, den stillgelegten Kellerbruch unmittelbar vor Breitbrunn wieder zu öffnen und hier die Bedeutung des Sandsteins für die Region darzustellen. 2017 kam es dann zu einem Konzept, das erste konkrete Maßnahmen enthielt und insbesondere dem Abklopfen von Fördermöglichkeiten diente.

Die Kostenschätzung für das Projekt lag bei 860 000 Euro und wurde dann noch einmal durch erhöhte Eigenleistung und Streichung von Maßnahmen auf 700 000 Euro reduziert, wobei auch die Unterhaltungskosten ein Thema waren. In einer ersten Sitzung hatte das Gremium dann dieses Projekt mit 6:7 Stimmen abgelehnt. In einer der folgenden Sitzungen wurden die Eigenmittel der Gemeinde von 100 000 Euro auf 175 000 Euro angehoben und das Vorhaben dann mit 11:2 Stimmen beschlossen. Fördermittel waren zugesagt und einer Verwirklichung stand eigentlich nichts mehr im Wege.

Ein Vorhaben der Bamberger Sandstein-Firma Graser sorgte dann aber plötzlich für einen „Aufschrei“ in der Bevölkerung und führte zu einer Unterschriftensammlung, bei der sich 513 Bürger gegen die geplante Erweiterung des „Kellerbruchs“ aussprachen (die Neue Presse berichtete). Dort, in unmittelbarer Nähe zum „Utzweg“ und dem „Finkenmühlweg“ des Ortsteiles Hermannsberg, wollte die Firma ein neues Sandsteinabbaugebiet beginnen, das auf energischen Widerstand stieß. Das Ratsgremium ließ das nicht unbeeindruckt und man lehnte in der Folge das Bauvorhaben mit 6:6 Stimmen ab.

In der Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend ging es nun um die Entscheidung, ob dann zumindest das „Projekt Erlebniswelt Fränkischer Sandstein“ fortgeführt werden solle. Bürgermeisterin Ruth Frank teilte mit, dass in letzter Zeit diese Frage oft gestellt wurde und wegen der Zusage oder Verlängerung der Fördermittel nun eine Beschlussfassung notwendig wäre. „Fakt ist, dass der Steinbruch von der Mehrheit der Bürger abgelehnt wird, was auch die Unterschriften gezeigt haben. Auch das Ziel der Erlebniswelt traf auf eine fehlende Akzeptanz.“ Man habe zwar in der entsprechenden Sitzung die Eigenmittel der Gemeinde auf 175 000 Euro gedeckelt. „Das Vorhaben wäre aber trotzdem nur möglich gewesen, wenn manches durch eine hohe Spendenbereitschaft aufgefangen worden wäre, was bei dem umstrittenen Projekt kaum zu erwarten ist“, so Ruth Frank. Nun seien auch noch die Baukosten explodiert und die Finanzierung sei nicht gesichert. Außerdem habe die Gemeinde das Grundstück mit der Auflage erhalten, dass das Vorhaben innerhalb fünf Jahren umgesetzt werden müsse. Zusätzlich gäbe es derzeit keine Baugenehmigung für das „Vorhaben Steinbruch“, und so wäre es nicht möglich, das Projekt in Kombination von Sandsteinwelt und Steinbruch anzugehen.

Bürgermeisterin Ruth Frank verwies drauf, dass durchaus Gesprächsbereitschaft mit der Bürgerinitiative „Heimatliebe Breitbrunn“ vorhanden gewesen sei. Sicherlich werde der Sandstein in Breitbrunn Thema bleiben, so die Bürgermeisterin: „Vielleicht ist auch das Thema in einem anderen Projekt zu realisieren und kann für Breitbrunn etwas gemacht werden.“ Ohne weitere Diskussion kam es dann zur einmütigen Abstimmung, mit welcher die Bürgermeisterin ermächtigt wurde, den Kauf des Steinbruchgeländes Fl.Nr. 1130/1, Gemarkung Breitbrunn, gemäß dem Kaufvertrag des Notariats Ebern sofort „rückabzuwickeln“. Die Verwaltung wurde außerdem beauftragt, die bereits eingenommenen Spenden und Zuwendungen zurückzuzahlen und die Bewilligungen über Zuwendungen zurückzugeben.

 

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