Anfang 2025 trat eine Gesetzesnovelle in Kraft, seither hat die Post bei der Beförderung von Briefen mehr Zeit. Musste sie vorher 80 Prozent der heute eingeworfenen Sendungen schon am nächsten Werktag zugestellt haben, so muss sie inzwischen 95 Prozent der Sendungen am dritten Werktag nach Einlieferung zugestellt haben. Es kann also sein, dass sich Verbraucher über eine längere Wartezeit als früher ärgern, obwohl die Zustellung nur an dieser gesetzlichen Lockerung liegt. Am vierten Werktag nach Einlieferung müssen 99 Prozent zugestellt sein.
Hohes Beschwerdeniveau auch in diesem Jahr
Und wie geht es weiter? Zusätzlich zu der Jahreszahl 2025 veröffentlichte die Bundesnetzagentur auf ihrer Webseite auch erste Zahlen für 2026, im ersten Quartal gingen bereits 20.316 kritische Wortmeldungen zu Postdienstleistungen ein. Ginge es so weiter, würde der Vorjahreswert in diesem Jahr deutlich übertroffen. Allerdings sanken die monatlichen Beschwerdezahlen zuletzt - waren es im Januar noch 8.742 gewesen, so waren es im März nur noch 4.768.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdezahlen von 2026 nicht eins zu eins vergleichbar sind mit den Zahlen von 2025, da sich die Methodik geändert hat: Im vergangenen Jahr mussten die Verbraucher bei ihren Beschwerden auf der Webseite der Netzagentur noch schriftlich ausformulieren. Inzwischen ist ein Beschwerdetool namens Mängelmelder gestartet worden, bei dem die Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden - man muss sie nur noch anklicken und nicht selbst in Worte fassen.
Die Post befürchtet, dass die Einreichung von Beschwerden durch das neue Multiple-Choice-Anklicken so leichtgemacht wird, dass der Anteil von nicht relevanten Wortmeldungen steigt und die Statistik dadurch gewissermaßen aufgebläht wird.