Offiziell ist das neue BSW-Modell ein "überparteilicher Ministerpräsident", der mit wechselnden Mehrheiten regiert, unter Einbeziehung der AfD. Allerdings ist bei keiner anderen Partei - einschließlich der AfD - Rückhalt für dieses Konzept zu erkennen. Ob sich das BSW als dauerhafte Fundamentalopposition etablieren kann, ist offen.
Was bedeutet das für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt?
Der chaotische Zerfall der Partei im Nachbarland Thüringen könnte Wähler in Sachsen-Anhalt ins Grübeln bringen. Dort steht das BSW in Umfragen knapp unter 5 Prozent. Zwar sprachen die BSW-Spitzenkandidaten Claudia Wittig und Thomas Schulze in der "Welt" von "Rückenwind" im Wahlkampf: "Mit dem Austritt von Frau Wolf ist nun auch im BSW Thüringen der Weg frei für den Kurs, für den Sahra Wagenknecht steht und den wir in Sachsen-Anhalt konsequent vertreten."
Wagenknecht scheint sich jedoch des "Rückenwinds" nicht sicher und weist den Thüringer Ex-Kollegen vorsorglich Verantwortung zu: "Vor allem aber wurde der Zeitpunkt so gewählt, um der Partei, der sie ihre Mandate und Ministerposten verdanken, vor der Wahl in Sachsen-Anhalt maximal zu schaden", sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur. "Jetzt wird offensichtlich alles aufgeboten, um den Einzug der einzigen konsequenten Friedenspartei in den Landtag von Sachsen-Anhalt zu verhindern."