Buden in Coburg Helfen Sie den Weihnachtsmarkthändlern

Nach der Absage des Coburger Weihnachtsmarktes ist es ein kleiner Lichtblick: Hier haben sieben Beschicker ihre Buden aufgebaut.

Maria Rilke ist einfach nur erleichtert. Seit 2016 verkauft sie auf dem Coburger Weihnachtsmarkt heiße Maroni. Auch in diesem Jahr war sie mit ihrer Familie wieder aus Erding angereist, „als nach dem eigentlichen Weihnachtsmarkt dann auch noch der Plan B abgesagt wurde, hielten wir das erst für einen Scherz“, erinnert sie sich. Just beim Einräumen des Standes hätte sie dann die offizielle Nachricht erreicht, dass auch ein angedachter Warenmarkt keine Genehmigung bekommen wird. „Unsere Enttäuschung war riesig“, so Maria Rilke. Umso größer dann die Freude, dass die Stadt ihr einen Stellplatz am Ketschenanger anbieten konnte. Hier ist Familie Rilke jetzt täglich mit ihren heißen Maroni vertreten. Ihr erstes Fazit nach ein paar Tagen am neuen Standort: „Die Leute müssen erst noch mitbekommen, dass wir hier sind.“ Die Resonanz der Laufkundschaft sei aber bereits gut, schiebt sie nach.

Luftlinie nur ein paar Meter weiter steht Sandra Sturm. Die Coburgerin verkauft in ihrer Hütte am Albertsplatz Crêpes, Gulaschsuppe aus dem Brotlaib und Glühwein to go. „Das Okay für den Glühwein zum Mitnehmen haben wir erst am Mittwoch bekommen“, erzählt sie. Am Donnerstagnachmittag nach Einbruch der Dunkelheit hätte sie dann schon gut zu tun gehabt in ihrer kleinen Hütte. „Ich bin der Stadt so dankbar, dass ich hier stehen kann. Die haben sich alle so bemüht“, sagt sie. Nun gelte für sie die Devise: „Was ich habe, habe ich. Es weiß ja niemand, ob nicht doch wieder eine neue Regelung kommt und wir wieder schließen müssen.“ Eigentlich hätte Sandra Sturm heuer Jubiläum auf dem Coburger Weihnachtsmarkt gefeiert. „Seit 30 Jahren bin ich dabei. Beim ersten Mal war ich gerade schwanger mit meinem Sohn“, erzählt sie.

An einem ihr bereits bekannten Ort hat Miriam Lange Ende vergangener Woche ihren Stand eröffnet . Am Seiteneingang von Galeria Karstadt Kaufhof, in der Badergasse, verkaufte die junge Frau bereits 2020 ihre Wurstwaren aus Südtirol. Schon damals hatte Sven Lotz, der Geschäftsführer von Galerie Karstadt Kaufhof Coburg den Platz vor dem Warenhaus spontan und ohne Bürokratie zur Verfügung stellt. Als nun heuer wieder kein Weihnachtsmarkt am Markt erlaubt war, durfte Miriam Lange erneut den Bereich belegen. „Ich bin sehr froh, dass schon so viele Coburger den Weg zu mir gefunden haben“, sagt sie.

Neben dem Schinken und den Pasteten von Miriam Lange sollte ursprünglich Kevin Pazdera seinen Driving Diner aufstellen. Aber das scheiterte am nicht vorhandenen Starkstromanschluss, so der Schausteller. Burger in allen Variationen – auch vegetarisch –, Hotdogs, amerikanischer Krautsalat und natürlich auch Glühwein gibt es daher jetzt in seiner Bude am Alberts-platz. Auch wenn die Resonanz besser sein könnte, Kevin Pazdera ist heilfroh, dass er überhaupt öffnen kann. „Alles ist besser als zu Hause zu sitzen und nichts zu tun“, findet der Schausteller.

Verkaufsbuden befinden sich übrigens auch in der Spitalgasse. „Auf Höhe des ehemaligen Hallhuber gibt es handgefertigte Haushaltswaren aus Olivenholz und Mosaiklampen“, erklärt Michael Selzer von Coburg Marketing, der zusammen mit seinem Team die Ausweichstandorte für die Beschicker aufgetan hat.

Und die vom Weihnachtsmarkt bekannte und beliebte Aktionsbude der Stadt Coburg ist auch da. In dieser wird die Grundschule Neuses zu festen Zeiten selbst gebastelte Weihnachtsdekoration und Geschenke verkaufen.

„Außerdem sind in der Aktionsbude die Waren aus den Coburger Partnerstädten erhältlich“, verrät Michael Selzer. Neben den bekannten belgischen Bieren und Pralinen sind das auch Spezialitäten aus Südtirol.

Autor

 

Bilder