Bürgermedaille Ebern würdigt Giegold und Fausten

Rudolf Hein

Eine hohe Auszeichnung haben am Freitagabend ehemalige Eberner Stadtratsabgeordnete erhalten. An der Feier nahmen auch Besucher aus Tunesien teil.

Seit 1980 hat die Stadt Ebern insgesamt 77 Bürgermedaillen in Silber an verdiente Bürger der Stadt verliehen, vier Persönlichkeiten von außerhalb wurden ausgezeichnet. Laut Satzung darf es zu jedem Zeitpunkt nur 30 lebende Medaillenträger geben. Am vergangenen Freitag wurde in der Eberner Frauengrundhalle das langjährige Engagement von Brunhilde Giegold aus Fischbach und Manfred Fausten aus Ebern geehrt.

Die „Rote Brunhilde“ und der „Schwarze Manfred“ wurden im Jahr 1996 in den Stadtrat gewählt und behielten ihre Mandate 24 Jahre lang bis zur Kommunalwahl 2020. In dieser Zeit übernahmen sie im Rahmen ihrer Mandate Aufgaben in den verschiedenen Ausschüssen des Stadtrats, wirkten als Rechnungsprüfer und im Hauptausschuss, waren zuständig für Fremdenverkehr und das Spital. Gemeinsam entschieden sie 18 Jahre lang über eine Unzahl von öffentlichen und privaten Bauvorhaben mit. Bürgermeister Hennemann attestierte in seiner Laudatio, dass beide „auch manchmal gemeinsam die Sachverhalte diskutierten und mit gesundem Menschenverstand“ zu einem Entschluss kamen.

Die Werdegänge der zwei Ausgezeichneten könnten unterschiedlicher kaum sein. Brunhilde Giegold wurde 1956 in Fischbach geboren, wo sie auch heute noch lebt und sich nach wie vor in manchem Ehrenamt und manchem Verein „als helfende Hand“ einbringt. Vorsitzende des Bürgervereins Fischbach von 1992 bis 2020, Mitglied im Vorstand der Kirchengemeinde Fischbach von 2006 bis 2018 – die Liste ließe sich noch fortführen.

Brunhilde Giegold war schon zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn gewerkschaftlich in der IG Metall engagiert und arbeitete fast 40 Jahre als Verwaltungsangestellte der Gewerkschaft in Bamberg. Trotz des täglichen Pendelns fand sie viel Zeit für ihre Familie, für ehrenamtliche Tätigkeiten und für ihre Partei: 1974 trat sie in die SPD ein, deren Ortsvorsitzende sie 1991 bis 2018 war. Noch heute ist sie im Kreisvorstand der Partei vertreten.

Manfred Fausten erblickte das Licht der Welt in Weißenbrunn, im Kriegsjahr 1944. Die Jugendjahre verbrachte er weitgehend in Jesserndorf. Schon früh wurde er Ministrant in der dortigen katholischen Kirche, was er auch bis zu seiner Eheschließung blieb. Er war vielfältig kirchlich engagiert, unter anderem 40 Jahre lang als Himmelsträger bei Prozessionen, und erhielt dafür die Ehrennadel des Bischofs – die NP hat berichtet.

Seine berufliche Heimat war die BayWa. Dort erhielt er seine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker und stieg auf bis zum erfolgreichen Außendienstler im Verkauf von Landmaschinen. Ein Höhepunkt in seinem Berufsleben waren Planung, Neubau und Einweihung des neuen Gebäudetrakts der Firma in Ebern. Ein politisches Highlight war sein überparteilicher Einsatz für die Wiedereinführung des altbekannten Autokennzeichens EBN, statt des eher ungeliebten HAS.

Die Ehrensitzung des Stadtrats, die 17. ihrer Art, bei der insgesamt zum 40. Mal Bürgermedaillen verliehen wurden, hätte einen größeren Publikumszuspruch verdient, als die etwa 50 Personen, die sich eingefunden hatten, zumal noch weitere vier Besucher der Stadt sich ins Goldene Buch eintragen durften.

Ganz besondere Gäste

Im Juli besuchte eine Delegation aus Ebern die tunesische Gemeinde Maamoura. Die Bayerische Staatskanzlei hatte schon 2019 im Rahmen der Länderpartnerschaft zwischen Bayern und Tunesien nach möglichen Partnern auf kommunaler Ebene gesucht und so kam der Kontakt zwischen der Baunach Allianz und Maamoura zustande. Gegenwärtig befindet sich eine vierköpfige Delegation aus der möglichen neuen Partnergemeinde in Ebern, um noch bis zum kommenden Sonntag die Gemeinden der Baunach Allianz und ihre öffentlichen Einrichtungen zu besuchen und zu erkunden – die NP wird berichten.

 

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