Beinahe hätte Breitbrunn vor fünfeinhalb Jahren überhaupt keinen Bürgermeister bekommen. Gertrud Brühl (FW), seit zwölf Jahren im Amt, hatte aus Altersgründen abgewunken, ein anderer Kandidat fand sich zwar, musste aber aus persönlichen Gründen wieder absagen. Auf einen Aufruf zur Kandidatur für das höchste Amt in der Gemeinde in den „Heiligen Ländern“ der Haßberge meldet sich niemand. Die Nominierungsfrist verstreicht, der Wahlzettel bleibt leer. Ruth Frank, Heilpraktikerin für Psychotherapie, seit rund 15 Jahren mit Wohnsitz in Breitbrunn, parteilos, erbarmt sich schließlich und signalisiert: Wenn ihr mich wählt, sag ich ja. Und sie wird gewählt: 70,4 Prozent der Wähler schreiben ihren Namen auf den Zettel.