Bürgersolarpark bei Weißenbrunn Ein Projekt, das allen nützen soll

Karl-Heinz Hofmann
Auf einer Fläche von rund 29 Hektar soll zwischen Weißenbrunn und Wildenberg ein Bürgersolarpark entstehen. Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Von dem Solarpark, der in Weißenbrunn geplant ist, könnten Bürger und Gemeinde kräftig profitieren. Nicht nur wegen der Gewerbesteuer.

Weißenbrunn - Die Errichtung eines Bürgersolarparks in Weißenbrunn und die Gestaltung des Areals Kanzleistraße 2 in Thonberg sind bei der Sitzung des Weißenbrunner Gemeinderats am Dienstag im Mittelpunkt gestanden. Zum Projekt Bürgersolarpark Weißenbrunn hatte sich der Gemeinderat erstmals in seiner Sitzung am 27. Juli positiv geäußert. Nun waren die Vertreter des Initiators, der Südwerk-Gruppe Burgkunstadt, erneut im Gremium, um ausführlich über das Projekt zu informieren. Eigentlich sollte dies in einer Bürgerversammlung geschehen, was die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen jedoch verhinderten.

Nun sprachen Geschäftsführer Manuel Zeller-Bosse und Christopher Kohles bei der Gemeinderatssitzung über das Vorhaben, bei dem man möglichst viele Bürger mitnehmen wolle. Die ganze Region habe neben dem ökonomischen auch einen ökologischen Nutzen, sagten sie. Das soll so funktionieren: Die Gemeinde wird bis 20 Megawatt Peak (MWp) mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh) beteiligt, bei weiteren 8,2 MWp beläuft sich die Beteiligung auf 0,08 Cent pro kWh. In 20 Jahren dürften so rund 960 000 Euro zusammenkommen, rechneten die beiden Firmenvertreter vor, also 48 000 Euro jährlich. Darüber hinaus dürfe die Kommune mit gut 30 000 Euro an Gewerbesteuer pro Jahr rechnen.

Konditionen

Die Bürgerinnen und Bürger könnten sich zu attraktiven Konditionen mit einer Einlage ab 500 Euro am Solarpark beteiligen, hieß es. Dafür werde eine jährliche Rendite von vier Prozent erwartet.

Ein weiterer großer Vorteil für alle sei, dass der Strom in Weißenbrunn regional, erneuerbar und nachhaltig erzeugt werde, sagten Zeller-Bosse und Kohles. 90 Prozent der Gewerbesteuer verblieben am Standort Weißenbrunn, als Wertschöpfung für die Kommune. Die ökologischen Vorteile lägen auf der Hand, so die beiden Experten: saubere und CO₂-freie Stromerzeugung vor Ort, kein Beton, keine Bodenversiegelung. Der vollständige Rückbau der Anlage sei durch unwiderrufliche Bürgschaften gesichert. Die Nachnutzung als landwirtschaftliche Fläche werde gewährleistet. Beide Firmenvertreter sprachen von Bodenaufwertung durch Rückgang der Nitratwerte und Förderung der Biodiversität durch Hecken und Bäume. Dazu schaffe man neue Lebensräume für Insekten.

Gerechnet werde mit einer Stromproduktion von jährlich rund 29 Millionen kWh, was der Energieversorgung für 695 Personen entspreche. Pro Jahr würden dadurch rund 17 400 Tonnen an CO₂-Ausstoß vermieden. Das Ratsgremium erklärte sich einstimmig damit einverstanden, dass die Firma Südwerk das Projekt Bürgersolarpark Weißenbrunn weiterverfolgt.

Gestaltung der Freifläche

in weiterer Tagesordnungspunkt war die Gestaltung der Freifläche Kanzleistraße 2 in Thonberg. Anregungen hierzu hatte die Verwaltung in einer Bürgerversammlung im Oktober aufgenommen, etwa zu Platzgestaltung, Sitzgelegenheiten, Dorfbrunnen, Dorfbaum und Feuerwehrhaus. Inzwischen habe man sich auch über Fördermittel informiert, sagte Bürgermeister Jörg Neubauer. Zuwendungsfähig seien Investitionen für die dorfgerechte Gestaltung von Wegen, Straßen, Plätzen und Freiflächen, ebenso Ausstattungselemente wie Bänke und Brunnen sowie ökologische Maßnahmen.

Beschlossen wurden schließlich eine neue Platzgestaltung mit Sitzgelegenheiten sowie die Errichtung eines Dorfbrunnens mit Dorfbaum und Spielgelegenheiten für Kinder. Diese Maßnahmen sollen nun beim Amt für Ländliche Entwicklung angemeldet werden, um in die bayernweite Rangliste zur Förderung aufgenommen zu werden.

 

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