Bunter Brauch Osterbrunnen in den Haßbergen

Manchmal kunstvoll, oft originell, immer kreativ: So sind die bunten Osterbrunnen, die auch in diesem Jahr wieder die Ortschaften in den Haßbergen und den Nachbarkreisen zieren. Wir zeigen eine Auswahl.

Es ist ein buntes Brauchtum, das derzeit so viele Orte in den Haßbergen und in den Nachbarkreisen schmückt: Farbenfrohe Ostereier, bemalt, mit Zeichnungen versehen, originell, fromm oder gar künstlerisch gestaltet, zieren kunstvolle Osterbrunnen. Die Tradition des Osterbrunnenschmückens hat ihren Ursprung in der Fränkischen Schweiz, hat sich mittlerweile aber in ganz Bayern und auch in anderen Bundesländern verbreitet.

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•  Durch das Fegen und Schmücken der Brunnen wollte man auf die Bedeutung des Wassers hinweisen. Denn die heute so selbstverständliche Wasserversorgung gab es nicht immer. „Aufgrund der geologischen Bedingungen des Fränkischen Juras, das hauptsächlich aus wasserdurchlässigem Dolomit- und Kalkstein besteht, existierten nur wenige natürliche Sammelstellen für das Wasser. Um der Wasserarmut entgegenzutreten, errichteten die Bewohner deshalb Brunnen und Zisternen“, erklärt eine Broschüre der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz zur Tradition des Osterbrunnenschmückens. Zudem gibt es christliche Interpretationen des Brauchs. In der neueren Forschung geht man allerdings von vor allem touristischen Motiven schon bei der Entstehung des Brauchs aus.

•  Ursprünglich wurden die Brunnen erst in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag geschmückt. Engelhardsberg im Landkreis Forchheim ist der letzte Ort, der an dieser Tradition festhält. Jedes Jahr ziehen die Engelhardsberger seit 1914 – dem Jahr, in dem die Wasserleitung errichtet wurde – im Dunkel der Osternacht hinaus und schmücken die drei Brunnen des Dorfes jeweils mit einem Fichtenbäumchen, das mit farbigen Bändern behangen wird, und einigen wenigen handbemalten Eierschalen, dem ursprünglichen Brunnenschmuck. Anschließend singt die Dorfjugend ein Lied.

•  Einer der größten Osterbrunnen der Welt steht in Bieberbach bei Egloffstein im Landkreis Forchheim. Er hat es mit 11 108 Eiern von Enten, Gänsen und Hühnern als Osterschmuck im Jahr 2000 sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. 2005 wurde der Rekord von Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz mit rund 13 000 Eiern und 2014 von der oberschwäbischen Gemeinde Oberstadion mit knapp 26 000 Eiern überholt.

•  1909 wurde der Osterbrunnen oberhalb des Aufsesser Schlosses im Landkreis Bayreuth laut mündlicher Überlieferung erstmals dekoriert. Er zählt damit als der am längsten durchgängig geschmückte Osterbrunnen.