In seiner letzten Predigt als Gemeindepfarrer sinnierte Reinhold König über die „Torhüter“-Parabel von Franz Kafka, womit dieser das Lebensgefühl der verschlossenen Tür zum Ausdruck bringt. „Mir ging es manchmal so ähnlich, wenn ich eine neue Stelle antrat“, räumte der Pfarrer ein. Voller neuen Ideen und mit großem Elan habe er frischen Wind in die Gemeinden bringen wollen, um diese Feuer und Flamme werden zu lassen für die lutherische Lehre. „Ich wollte Gemeinden aus lebendigen Steinen bauen. Aber Steine zu bewegen, war oftmals leichter als die Herzen der Menschen für Gott zu öffnen“, bedauerte er, dass ihm dies – trotz der verschiedensten Angebote – nicht gelungen sei. Gewohnt kritisch ging er auch auf den Zeitenwechsel in der evangelischen Kirche ein, die vor einem gewaltigen Umbruch stehe. Trotz aller Veränderungen werde aber eines immer bleiben: Stets werde es Menschen geben, die gestärkt vom Glauben an den auferstandenen Jesus und beflügelt durch den Heiligen Geist die Welt etwas besser machen möchten.