Burkersdorf Ein Gotteshaus erstrahlt in neuem Glanz

Rainer Glissnik

Die Sanierung der Marienkirche hat mehrere Jahre gedauert. Doch jetzt ist es geschafft. Entsprechend freudig wird nun die Wiedereinweihung gefeiert.

Wenn ich meinen Kirchturm nicht mehr sehe, fehlt mir etwas“ – das sagen nicht nur regelmäßige Gottesdienstbesucher, sondern auch viele Menschen, die gar nicht mehr in die Kirche gehen, erzählt der Burkersdorfer Pfarrer Reinhold König. „Die Kirche ist ein Ort der Wohltaten Gottes, und wir spüren die Sehnsucht der betenden Menschen nach der Gegenwart Gottes.“ Nach einer umfassenden Sanierung wurde die denkmalgeschützte Burkersdorfer Marienkirche, deren Ursprünge vermutlich im 12. Jahrhundert liegen, am vergangenen Sonntag offiziell wieder eingeweiht.

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Es waren Handwerker, welche die Renovierung durchführten. Zwischen Kirche und Handwerk gebe es einen besonderen Bezug, erklärt König: „Der Zimmerer Jesus ist die entscheidende Person im christlichen Glauben. Ein Handwerker hat die Botschaft Gottes weitergegeben.“ Die Achtung des gottesdienstlichen Raumes sei ein Kennzeichen christlicher Frömmigkeit. Hier könne man die Nähe Gottes in besonderer Weise spüren, sagt der Pfarrer.

Die Kirchengemeinde habe Enormes geleistet, um die Renovierung zu stemmen, lobte der weitere Stellvertreter des Kronacher Landrats, Bernd Steger.

„Begonnen hatte alles im Jahre 2009, als Feuchtigkeitsflecken an der Kassettendecke sichtbar wurden“, blickte Kirchenvorsteher Volker Wündisch zurück. Fünf Jahre habe es gedauert, bis der aufgestellte Finanzierungsplan von der Landeskirche genehmigt worden sei. Die Aufstellung des Maßnahmenkatalogs führte das Architekturbüro Spindler durch. 2014 konnte man endlich mit den Maßnahmen beginnen. Aber schon bei der Öffnung des Daches und der Zwischendecke entdeckte man, dass wesentlich mehr Balkenabschnitte beschädigt waren als zuvor vermutet. Auch bei der Sanierung des Turmhelms ein Jahr später wurde ein weitaus größerer Schadensumfang sichtbar. Alle Schwellenbalken und Teile der Kranzbalkenlagen mussten ausgetauscht werden. Darüber hinaus musste die gesamte Turmkonstruktion hydraulisch angehoben werden, damit alle Balken aus der Sandsteinmulde entnommen und wieder eingebracht werden konnten.

Denn bei der Wiedereindeckung des Turmhelms 1948 war nicht fachgerecht gearbeitet worden. Dieser war durch Granatenbeschuss in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs beschädigt worden. Bei der Reparatur hatte man die Schutzbahnen nur auf Stoß und nicht überlappend verlegt, sodass Feuchtigkeit eindringen konnte. Weil die alte Uhrmechanik sehr störanfällig war, musste auch diese auf Kosten der Kirchengemeinde erneuert werden. Etliche zusätzliche Arbeiten kamen hinzu.

Erst im Jahr 2019 konnte der zweite Bauabschnitt der Kirchensanierung beginnen. Dabei fand man hinter einigen zersplitterten Balken zwei größere Granatsplitter. 6500 Schieferschindeln wurden neu angebracht, davon mehr als 2000 in Handarbeit. Sowohl der Kulmbacher Zimmereibetrieb Fleischmann als auch die Firma Wachter aus Wilhelmsthal hätten bei der Sanierung hervorragende Arbeit geleistet, lobte Volker Wündisch.

Als große Herausforderung erwies sich die Demontage des Turmkreuzes und der 120 Kilogramm schweren Kugel. Auch hier entdeckte man Kriegsschäden, die durch den Beschuss mit Granaten und Luftgewehren verursacht worden waren. Nun aber zeige sich die Marienkirche wieder in schönstem Gewand und als prächtiges Bauwerk, freute sich der Kirchenvorsteher.

Ursprünglich hatte man für die Sanierung 220 000 Euro veranschlagt, wegen des Mehraufwands lag man am Ende jedoch bei rund 400 000 Euro.

„Heute ist ein freudiger Tag“, betonte der stellvertretende Küpser Bürgermeister Thomas Meyer. „Was lange währt, wird endlich gut.“ Er lobte die vielen freiwilligen Eigenleistungen. Zuschüsse kamen auch vom Markt Küps. In Vertretung für Dekan Markus Müller und Dekanin Ulrike Schorn, die im Urlaub sind, verlas Sabine Siegelin vom Dekanatsausschuss ein Schreiben, in dem vor allem der Evangelischen Landeskirche in Bayern gedankt wurde. Sie hatte die Baumaßnahme als größter Geldgeber maßgeblich unterstützt.

„Möge dieses beeindruckende Gotteshaus viele Christen anlocken“, wünschte sich der katholische Pfarrvikar Norbert Lang. Froh darüber, dass bei den Bauarbeiten, die oft in luftiger Höhe ausgeführt werden mussten, kein Mensch zu Schaden kam, zeigte sich Vertrauensfrau Renate Ammon.

Für die eindrucksvolle musikalische Umrahmung der Feier sorgten der Posaunenchor Burkersdorf unter der Leitung von Thomas Rühr sowie der Singkreis unter Leitung von Manuela Ruf; an der Orgel spielte Claudia Weid. Im Anschluss gab es Kirchenführungen und ein festliches Programm.