Buslinie Bad Neustadt – Coburg VCD fordert Umdenken beim „Coburger“

Die VCD Kreisgruppe Coburg kritisiert den Wegfall der Buslinie 800 zwischen Coburg und Bad Neustadt. Sie fordern die Wiedereinführung – mit besserem Fahrplan.

Zum 31. Juli wird die Buslinie 800 zwischen Coburg und Bad Neustadt nach fünfjährigem Bestehen eingestellt. Foto: picture alliance/dpa (Symbolbild)

Am 31. Juli 2026 um 20.05 Uhr kann man das letzte Mal mit der Buslinie 800 „Der Coburg“ von Coburg nach Bad Neustadt fahren. Die VCD Kreisgruppe Coburg kritisiert in ihrer Pressemitteilung vom Freitag den Wegfall des bisher einzigen umsteigefreien Verkehrsangebotes aus der Region ins benachbarte Unterfranken auch mit Blick auf aktueller Marktfortschungsstudien und das verfassungsmäßige Gebot, gleichwertige Lebensbedingungen im Freistaat herzustellen. Für die Zukunft fordert der VCD, dass die Linie wieder eingerichtet wird und vom Fahrplan her so gestaltet wird, dass es sinnvolle Anschlüsse zu den weiterführenden Zügen sowohl in Bad Neustadt wie auch in Coburg gibt.

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„Uns ist bewusst, dass die Auslastung der Linie durchaus noch Steigerungspotzenzial hatte. Allerdings ist der Bus selten ganz ohne Fahrgäste gefahren.“, so Gerd Weibelzahl von der Kreisgruppe Coburg des ökologischen Verkehrsclubs VCD.

VCD ärgert sich übers bayerische Verkehrsministerium

Das sei aus Sicht des VCD aber auch kein Wunder: „Ein Zweistundentakt ist ein Minimalangebot im Regionalbusverkehr und somit mehr als Mobilitätssicherung für die angedienten Orte anzusehen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Der Fahrplan sei so gestaltet gewesen, dass es weder in Bad Neustadt noch in Coburg kurze Umsteigezeiten zu den weiterführenden Zuglinien gab. Die Wartezeiten betrugen demnach zwischen 30 und 60 Minuten auf die Weiterfahrtmöglichkeit. „Die erste Ankunft in Coburg aus Bad Neustadt erfolgte erst kurz vor 8 Uhr. Viel zu spät für den Berufs- oder Schülerverkehr.“

Der VCD ärgert sich über das Agieren des bayerischen Verkehrsministeriums. Während andere Bundesländer, wie zum Beispiel das Land Thüringen mit den Linien Coburg – Schleusingen oder Bad Königshofen – Hildburghausen, die Einrichtung regionaler Buslinien fördern, gebe es in Bayern kaum solche Linien und dann werde einer der wenigen vorhandenen Linien auch noch eingestellt. „Dabei wünscht sich die Bevölkerung den ÖPNV-Ausbau, was aus aktuellen Mobilitätsstudien der VAG Nürnberg oder der HUK Coburg deutlich wird“, wird in dem Schreiben betont. Demzufolge fordern 80 Prozent der Befragten mehr ÖPNV-Fahrten und nur zehn Prozent der Menschen sehen eine Streichung von Angeboten als sinnvolles Handeln an.

Appell an die Landtagsabgeordneten

Außerdem weist der VCD auf den Volksentscheid zur Herstellung gleichartiger Lebensbedinungen in Bayern aus dem Jahr 2013 hin. „Dieses Ziel wird nicht dadurch erreicht, dass man ganze Regionen wie gerade den Raum zwischen Bad Königshofen und Seßlach vom überregionalen Busverkehr abhängt, so dass gerade noch einige kleinere Linie wie von Bad Königshofen nach Bad Neustadt oder von Maroldsweisach nach Ebern verbleiben.“, stellt Weibelzahl die Angebotsverschlechterungen heraus.

Abschließend fordert Weibelzahl die Akteure auf, der Linie mit einem kundenorientierteren Fahrplan nochmals eine Chance zu geben: „Wir werden uns an die Landtagsabgeordneten aus dem demokratisch orientierten Parteien im Landtag aus unserer Region wenden und diese bitten, sich für eine Wiedereinrichtung der Linie zu engagieren“, betont er. „Es kann nicht sein, dass in München für den S-Bahn-Tunnel in München Milliardenbeträge aus Landesmitteln bereitgestellt werden und in Franken ist man nicht bereit, wenige hunderttausend Euro für eine Buslinie im ländlichen Raum bereitzustellen.“