Casimirianum in Coburg Großes Engagement für soziale Projekte

Schüler des Gymnasiums Casimirianum haben 3000 Euro an Spenden gesammelt. Dafür standen sie selbst an Kochherd und Backofen. Wofür sie das Geld nutzen wollen.

Große Freude herrschte bei der symbolischen Scheckübergabe. Foto: privat

In den Wochen vor dem Beginn der Weihnachtsferien übernehmen traditionell die Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Casimirianum den Pausenverkauf an ihrer Schule. In jedem Schuljahr organisiert die Schülermitverwaltung des Casimirianum mit Hilfe der Verbindungslehrkräfte die Aktion mit dem Ziel, möglichst viel Geld für Hilfsprojekte zu sammeln. Die Auswahl der Projekte geschieht unter der Maßgabe, dass das Geld zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankommt und, sofern möglich, persönlich übergeben wird.

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Der Pausenverkauf ergab in diesem Jahr eine Summe von rund 3130 Euro, die besten Sammlerinnen und Sammler kamen aus der 5c, 6b und 8a. Das Geld wurde nun den Vertreterinnen und Vertretern vom Frauenhaus Coburg und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) je zur Hälfte übergeben. Die diesjährigen Spendenempfänger wurden von Sebastian Beetz, Klasse 6a, und Klaudia Fajgel, Q12, vorgeschlagen.

„Als Schulleiterin bin ich völlig begeistert vom Engagement unserer Schülerinnen und Schüler und ihrer Familien im Hintergrund“, freut sich Schulleiterin Ursula Kick-Bernklau. Die Kinder und Jugendlichen versorgten die ganze Schule zwei Wochen lang mit Leckereien. „Sie backen und kochen, es duftet im ganzen Schulhaus, und die Klassen treten in den Wettbewerb um die höchsten Einnahmen“, so Ursula Kick-Bernklau. Besonders betont sie, dass das Geld in voller Höhe an von den Schülerinnen und Schülern selbst gewählte Projekte fließt. „Das ist wirkliches soziales Engagement für andere! Und zu sehen mit welchem Stolz sie das Geld dann überreichen, ist einfach toll“, lobt die Schulleiterin.

Einrichtungen stellen sich vor

Julika Kryn und Laura Schmidt vom Frauenhaus Coburg berichteten den Schülerinnen und Schülern über die soziale Einrichtung, die Frauen und ihren Kindern im Falle von häuslicher Gewalt Hilfe, Beratung und vorübergehend eine geschützte Unterkunft anbietet. Jede dritte Frau werde in Deutschland Opfer von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt. In Form eines Podcastes sowie mit Umfragen unter den Jugendlichen wurden diese unter anderem darüber aufgeklärt, wer von häuslicher Gewalt betroffen ist – nämlich potenziell jede beziehungsweise jeder – und wie geholfen werden kann, nämlich indem man sich beispielsweise an die Nummer gegen Kummer oder an die Fachberatungsstelle Frauennotruf Coburg wendet.

Jörg Abel, Ehrenamtlicher im Binnenland für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), berichtete den Schülerinnen und Schülern vom Such- und Rettungsdienst auf Nord- und Ostsee. Mehr als 1000 Seenotretter seien auf 60 Booten und Schiffen pro Jahr rund 2000 Mal im Einsatz. Seit der Gründung 1865 habe die DGzRS mehr als 86000 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit. Die DGzRS finanziert sich ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen, durch die unter anderem die Schiffsflotte überholt, repariert oder neubestückt wird.