In der Nacht nach den beiden Toren von Mohamed Salah (2./Handelfmeter) und Divock Origi (87.) besetzte der König von Liverpool dann auch gleich mehrere Rollen. Eine seiner besten ist immer noch die des Entertainers, also sang Klopp in Madrid nicht nur mit Campino, sondern auch in einem Interview des früheren Bundesliga-Stürmers Jan Age Fjörtoft. Sein Text lautete: "Let's talk about six, Baby!" und war in leichter Abwandlung eines 90er-Jahre-Hits auf den insgesamt sechsten Erfolg seines Vereins in Europas Fußball-Königsklasse gemünzt.
Klopp gab dazu aber noch den fairen Sportsmann ("Ich weiß vielleicht besser als jeder andere, wie Tottenham sich jetzt fühlt"), den nachdenklichen Genießer und auch weiter den ehrgeizigen Entwickler.
Klopp gab ganz offen zu, erst noch etwas älter werden zu müssen, um das alles zu verarbeiten. Gleichzeitig sagte er aber auch: "Diese Gruppe ist immer noch am Anfang. Das ist ein Team in einem wundervollen Alter. Die haben die beste Zeit ihrer Karriere immer noch vor sich." Wenn Klopp weiterhin in diesem Tempo Spieler wie Mohamed Salah oder Virgil van Dijk weiterentwickelt oder Personalentscheidungen wie den Torwartwechsel von Loris Karius zu Alisson Becker in dieser Konsequenz durchzieht, dann könnte diesem Champions-League-Triumph irgendwann auch noch die erste englische Meisterschaft für den LFC seit 1990 folgen.
"Ich hatte gerade Pep Guardiola am Telefon", sagte Klopp am Samstagabend über den Trainer des großen Rivalen Manchester City. "Wir haben uns versprochen, uns auch nächste Saison wieder gegenseitig in den Hintern zu treten."