Coburg 17 neue Parkplätze für die Kleingärtner

Norbert Klüglein
Der Bertelsdorfer Weg und die Spittelleite sind ein einem schlechten Zustand. Die Bürger wünschen sich neuen Asphalt für die Straßen. Foto: Norbert Klüglein

Rund um die Schrebergartenanlage Coburg-Nord gibt es Ärger mit zugeparkten Straßen. Der OB präsentiert bei einem Stadtteilspaziergang einen Plan, der Linderung verspricht.

Die Spittelleite – diesen Eindruck bekommt zumindest derjenige, der unvoreingenommen durch das Wohngebiets im Nordwesten der Stadt schlendert – ist ein Idyll: schmale Straßen, hübsche Schrebergärten, entspannte Menschen. Doch auch im Freizeitparadies, ziehen ab und zu dunkle Wolken auf. Vor allem dann, wenn es ums Fahren und Parken geht.

Das erfuhren Oberbürgermeister Dominik Sauerteig und Vertreter der Coburger Stadtverwaltung bei einem Stadtteilspaziergang am Dienstagabend. „Die Teerdecken haben Löcher, Rettungs- und Einsatzfahrzeuge kommen nicht durch, weil alles zugeparkt ist und es wird hier viel zu schnell gefahren, obwohl fast überall Tempo 30 gilt“, fasste Robert Zetzmann die Klagen der Bewohner zusammen.

Zetzmann ist Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Spittelleite und hält seit Jahren Kontakt zur Coburger Stadtverwaltung. Deshalb weiß er, dass über abgewetzte Markierungen auf den Straßen, Risse im Asphalt und stattliche Löcher schon lange geklagt werde. „Der CEB verspricht immer wieder, dass die Straßendecken erneuert werden und dann auch frische Markierungen auf die Straßen kommen, die auf Tempo 30 hinweisen“, argumentierte Zetzmann. Nur passiert sei bis heute nichts. Der OB versprach, mit dem CEB zu reden. Er wies aber gleichzeitig darauf hin, dass der Straßen- und Tiefbaubetrieb der Stadt einer Budgetierung unterliege.

Was die Einwohner in der Spittelleite ferner ärgert, ist das hohe Tempo, mit dem angeblich durch ihren Stadtteil gefahren werde. Schlimm sei es vor allem am Übergang in den Streifweg. „Da drehen die noch mal richtig auf und rasen den Berg hinunter“, schimpfte eine Frau, die dort wohnt. Dominik Sauerteig regte an, von Zeit zu Zeit sogenannte Verkehrsdisplays – das sind elektronische Anzeigetafeln, die den Autofahrern signalisieren, wie schnell sie fahren - aufzustellen. Von Schwellen oder Hindernissen zur Disziplinierung der Fahrer hält die Stadtverwaltung dagegen nichts.

Gern hätten die Siedler und die Mitglieder der Kleingartenanlage Coburg-Nord mehr Licht im Stadtteil. Entlang der Hauptstraßen stehen zwar Peitschenleuchten, doch in die Wege, die in die Kleingartenanlage führen, dringe nur wenig Helligkeit in der Nacht. Deshalb sollten wenigstens die Hauptwege, die zur Schrebergartengaststätte führen, beleuchtet werden, meinte der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft.

Unterschiedliche Ansichten wurden deutlich, als es um die Pflege des öffentlichen Grüns ging. Ein paar Bürger würden das Grünflächenamt gern öfter bei der Arbeit sehen. „Das hohe Gras sieht doch nicht schön aus“, meinte ein Anwohner. Der OB verwies dagegen darauf, dass sich über 5000 Bürger beim letzten Bürgerbegehren für mehr Insektenschutz ausgesprochen hätten. Dazu gehöre es auch, dass Wiesenblumen und Gräser blühen können.

Einig waren dagegen alle in der Einschätzung, dass der Heckenschnitt in der Kleingartenanlage an einigen Stellen verbessert werden müsse. Vor allem dort, wo das Grün in die schmalen Gehwege hineinragt. Dieter Hofmann, der Vorsitzende des Schrebergartenvereins, versprach, die Gartenbesitzer anzuschreiben und notfalls die Hecken auf deren Kosten schneiden zu lassen.

Eng geht es im Bertelsdorfer Weg und im Nebenarm der Rodacher Straße zu, der bis in Bayerns zweitgrößte Kleingartenanlage hineinragt, wenn an Wochenenden und Feiertagen viele Gartenbesitzer vor Ort sind. „Dann ist alles zugeparkt“, schimpft ein Mann, der sein Haus in der Gegend hat. Anlieger kämen oft nicht in ihre Einfahrten. Rettungsfahrzeuge müssten mühevoll Rangieren. Baureferentin Mechthild Neumann und OB Dominik Sauerteig präsentierten eine Lösung, die für Linderung des Parkplatzproblems sorgen könnte: „Max Beyersdorf von der Firma Hauch hat sich bereit erklärt einen Grünstreifen zu befestigen, damit dort 17 Fahrzeuge parken können“, informierte der OB. Die Stadt solle dann aber bitteschön überall Halteverbotsschilder aufstellen und Parkverstöße möglichst oft ahnden, forderten aufgebrachte Anrainer der Kleingartenanlage.

 

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