Coburg Acht ausgezeichnete Helden

Die langjährigen Feuerwehrleute wurden von Oberbürgermeister Frank Rebhan (Zweiter von links), Kreisbrandrat Manfred Lorenz (rechts), stellvertretendem Landrat Rainer Mattern (Sechster von rechts) sowie Stadtbrandinspektor Stefan Köhler (links), Kreisbrandinspektor Stefan Zapf (3.v.l.) und Stadtbrandmeister Andreas Steller (Fünfter von rechts) und Landtagsabgeordneten Jürgen W. Heike (Zweiter von rechts) ausgezeichnet. Foto: Tischer

Sie sind rund um die Uhr abrufbereit und setzen ihr Leben für andere aufs Spiel. Beim Feuerwehr- Ehrungstag würdigt man einmal mehr das hohe Engagement der Aktiven.

Neustadt - Vorbildfunktion, Charakterstärke, Einsatzbereitschaft, Teamgeist, seine eigenen Belange hinten anstehen lassen, Kameradschaft: Attribute, die noch längst nicht abschießend aufzeigen, was einen Feuerwehrmann bzw. eine Feuerwehrfrau ausmacht. So hatte der Feuerwehr-Ehrungstag der Neustadter Wehren auch bei seiner 33. Auflage nichts an Bedeutung verloren. Zeigte er doch einmal mehr auf, dass die Leistungen und das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrfrauen und -männer über die Maßen wertgeschätzt werden.

"Wir brauchen das Zusammenspiel von großen und kleinen Wehren", ließ der stellvertretende Landrat Rainer Mattern keinen Zweifel aufkommen, wie wichtig die Feuerwehren zum einen für die Allgemeinheit sind und wie engagiert sich deren Kameraden, meist über Jahrzehnte, einsetzen. "Das ist gerade in Neustadt beispielhaft." Mattern ergänzte, dass die Wehrleute in ihrem Ehrenamt hochspezialisiert seien. Er dankte für "permanente Aus- und Weiterbildung, die beispielhaft für einen lebenslangen Lernprozess sind." Er sagte zudem die Unterstützung des Landkreises zu, die sich auch in der Beschaffung von Drehleitern gezeigt habe und bei der finanziellen Unterstützung der Jugend- und Kinderfeuerwehren fortsetze. Mattern bilanzierte: "Das Ehrenamt ist unabdingbar. Bei den Feuerwehren sogar mit dem potenziellen Einsatz des Lebens." Man könne dieses Engagement, so Mattern, eben nicht mit Geld aufwiegen "zumal eine Gesellschaft, die sich ehrenamtlich engagiert, sich auch für die demokratischen Werte einsetzt."

Acht Vorbilder wurden dabei für ihr langjähriges aktives Wirken mit dem Ehrenzeichen des Freistaats ausgezeichnet, insgesamt 275 Jahre kommen so im Dienst für die Allgemeinheit an Erfahrung zusammen. Oberbürgermeister Frank Rebhan würdigte die Verdienste der Freiwilligen Feuerwehren, die "soziale Verhaltensweisen vorleben." Das Stadtoberhaupt stellte das Ehrenamt in den Fokus und ließ keinen Zweifel daran, dass die Stadt hinter den Feuerwehren steht und sie materiell unterstützt. Rebhan würdigte auch Neustadter Firmen, die als "Partner der Feuerwehren" einen erheblichen Teil dazu beitragen, "dass unsere Feuerwehrmänner und -frauen ihren ehrenamtlichen Dienst ungehindert, also auch während der Arbeitszeit, leisten können." Kreisbrandrat Manfred Lorenz stellte klar, dass man trotz aller Technik den Menschen vor Ort brauche. Er sagte aber auch, dass man zukünftig nicht mehr das 'Mädchen für alles' sein könne.

Auch Lorenz konstatierte, dass man kleine und große Wehren brauche. Er freue sich, dass sogar ein leichter Mitgliederzuwachs zu verzeichnen sei: "Die Nachwuchsarbeit trägt Früchte." Lorenz forderte die Wehrleute aber auch auf, die Bindung zur Dorfgemeinschaft aufrecht zu erhalten. "Denn wenn das Zusammenspiel von Feuerwehren, Bevölkerung und Gremien passt, dann kann auch künftig Feuerschutz und technische Hilfeleistung funktionieren." Mattern und Lorenz überreichten den langjährigen, verdienten Feuerwehrkameraden die Ehrenzeichen des Freistaates Bayern sowie die dazu gehörenden Urkunden. Stadtbrandinspektor Stefan Köhler verlas dazu die Laudationes. Der Würdigung der Leistungen der Feuerwehrleute folgte ein Stehempfang im Foyer des Rathauses. Kristina und Christoph Jakobs umrahmten die Feier musikalisch.

Zum neuen Kommandanten der Wehr in Wellmersdorf wurde Frank Mentke gewählt. Sein Stellvertreter ist Michael Gahn. Die bisherigen Kommandanten Jürgen Braun und Peter Bohl traten nach neun bzw. 24 Jahren nicht mehr zur Wahl an. Sandra Winnen wurde zur stellvertretenden Kommandantin der Wildenheider Wehr ernannt. Sie folgt Carsten Dötschel nach.

Wir können in Zukunft nicht mehr ,Mädchen für alles' sein.

Kreisbrandrat Manfred Lorenz


Die Träger des Ehrenzeichens

Die Ehrenzeichen erhielten für

40 Jahre: Werner Faber, Hartmut Wittmann (beide Feuerwehr Boderndorf/Kemmaten); Fred Seifert (Feuerwehr Haarbrücken); Harald Büchner, Michael Friedrich (beide Feuerwehr Wildenheid).

25 Jahre: Jens Roßbach (Feuerwehr Bergdorf); Gerold Munzer (Feuerwehr Meilschnitz); Everhardt Hogenkamp (Feuerwehr Unter-/Mittelwasungen).