Coburg - Ende Mai ist es ein Blick in die Glaskugel: In gut sechs Monaten werden die Weihnachts- und Adventsmärkte in der Region eröffnen - eigentlich, wäre da nicht Corona. Denn noch kann keiner genau vorhersagen, wie sich die Situation entwickelt.
Auch wenn sich gerade alle auf den Sommer einstimmen: Teilweise laufen schon jetzt Planungen für die Weihnachtsmärkte . Aber es ist unklar, ob sie heuer stattfinden können.
Coburg - Ende Mai ist es ein Blick in die Glaskugel: In gut sechs Monaten werden die Weihnachts- und Adventsmärkte in der Region eröffnen - eigentlich, wäre da nicht Corona. Denn noch kann keiner genau vorhersagen, wie sich die Situation entwickelt.
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Mit Vorlauf müssen die Veranstaltungen aber dennoch geplant werden. Frank Briesemeister, seit 2008 für die Organisation und Durchführung des Coburger Weihnachtsmarktes verantwortlich, sagt : "Wir planen den Weihnachtsmarkt erst einmal weiter." Die Vorbereitung nähmen das ganze Jahr in Anspruch; gleich nach Neujahr starte etwa das Auswahlverfahren für die Händler und Schausteller. Wer in Coburg seine Waren und Dienstleistungen anbieten möchte, muss spätestens bis zum 1. März eine entsprechende Bewerbung einreichen. "Das passiert so früh, weil die Beschicker ihre Waren einkaufen müssen und auch die Weihnachtsmessen bereits sehr zeitig im Jahr angesiedelt sind", erklärt Frank Briesemeister. Die Bewerber für den diesjährigen Weihnachtsmarkt, über deren Zulassung eine Jury entscheidet, stehen daher bereits fest. "Auch wenn natürlich der Hinweis an alle ergangen ist, dass keiner wissen kann, ob der Weihnachtsmarkt tatsächlich stattfindet", so der Organisator.
Freilich bestehe die Hoffnung, dass der Weihnachtsmarkt wie gewohnt stattfinden könne. "Die Schwierigkeit haben wir ja nicht nur in Coburg, das ist ein weltweites Problem", meint Frank Briesemeister. Sollte der Weihnachtsmarkt stattfinden, müsse zudem das Ordnungsamt entscheiden, ob dies in gewohnter Form oder nur unter Auflagen geschehen könne. Letzteres allerdings sieht der Betriebsleiter von Coburg Marketing, Horst Graf, eher kritisch und sagt: "Der Coburger Weihnachtsmarkt hat einen ganz eigenen Charakter. Da wird sich um den Albert herum versammelt, da wird Glühwein getrunken. Es ist ein Treffen der Firmen, der Freundeskreise und der Geschäftsleute. Diesen Charakter kann man nicht auf light schalten mit Zugangskontrollen und Abstandsregeln." Natürlich aber bedürften besondere Ereignisse auch besonderer Maßnahmen. "Wir müssen nun abwarten, wie sich die Lockerungen in den nächsten Wochen gestalten, aber wir stehen in den Startlöchern." Abgesehen von Kriegszeiten wäre es allerdings schon ein Novum, wenn der Coburger Weihnachtsmarkt - der seit 1860 in der guten Stube der Stadt stattfindet - abgesagt werden müsste.
Im Landkreis sitzen derweil auch in anderen Städten und Gemeinden Kulturausschüsse und Projektmanager zusammen und beraten über die Möglichkeiten, i die traditionellen Weihnachtsmärkte trotz Corona stattfinden zu lassen. In Neustadt beispielsweise heißt es aus dem Kulturamt: "Bis Anfang Oktober sind alle Veranstaltungen abgesagt, alles Weitere steht in den Sternen." Nina Brückner ist mit ihrer Kollegin Leonie Fischer für die Organisation des Nikolausmarktes am Nikolauswochenende verantwortlich. "Eine hundertprozentige Zusage gibt es nicht, aber auch keine definitive Absage", sagt sie. Gut vier bis fünf Monate nehme die Planung für die Veranstaltung allgemein in Anspruch - vorausgesetzt alles laufe normal. "Aber jetzt müssen wir auch schauen, wie es den Standbetreibern und Schaustellern nach der Krise geht", gibt Nina Brückner zu bedenken. Es könne durchaus sein, dass der ein oder andere in eine finanzielle Schieflage geraten sei.
In Bad Rodach ist die Entscheidung, die Fränkische Weihnacht am dritten Adventswochenende so zu planen, als werde sie durchgeführt, bereits gefallen. Projektmanagerin Steffi Kowol: "Wie genau alles ablaufen wird, ist jetzt noch ungewiss. Aber wird planen sie erst einmal. Eventuell wird das Gebiet vergrößert, um mehr Platz zu schaffen und eventuell wird es Einbahnstraßen geben." Im Frühherbst gehe es erst an die detailliertere Planung; an sich keine große Schwierigkeit, da die Fränkische Weihnacht in Bad Rodach auf eine lange Tradition zurückblicke und daher viele Rituale bereits fest etabliert seien. Und: Auch der lebende Adventskalender, der Tag für Tag an unterschiedlichen Standorten der Stadt ein symbolisches Türchen öffne, werde vorerst weiter geplant.
Noch nicht entschieden haben sich die Organisatoren des weihnachtlichen Dorffestes in Weidhausen und des Weihnachtsmarktes in der Seßlacher Altstadt. "Wir warten die weiter Entwicklung ab, bis zum Jahresende haben wir uns derzeit noch keine Gedanken gemacht. Es gibt ja stündlich und monatlich neue Entwicklungen. Da ist es schwer, zum aktuellen Zeitpunkt eine Aussage zu treffen", meint Bernd Vogt vom Ordnungsamt in Seßlach.
Und aus Weidhausen vermeldet Katja Kristek von der Stadtverwaltung, dass vor August wohl nicht über das Thema entschieden werde. "Die Planungen für das weihnachtliche Dorffest beginnen ohnehin regulär erst Anfang September."