Coburger Stadtarchiv platzt aus allen Nähten

Das Coburger Stadtarchiv stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Archivleiter Michael Tröbs erkundet derzeit die Aktenbestände verschiedener Coburger Dienststellen, die in den Archivbestand übernommen werden müssen. Das Problem ist aber schon bekannt. "Wir suchen nach Objekten", versicherte Klaus Anderlik. Und irgendwann wird sich das Problem der großen Datenmengen auch entspannen - zwar nicht inhaltlich, aber vom physischen Volumen her. Digitale Speicherung brauche halt weniger Platz als Ordner und Karteikästen in Echtgröße. Jetzt verwalte das Stadtarchiv Daten aneinandergereiht auf zwei laufenden Kilometern. Da gehören jetzt schon die Personenstandsakten aus den Gemeinden Lautertal und Großheirath dazu. Das Standesamt der Stadt Coburg ist ja jetzt auch Standesamt für die Zwei Gemeinden aus dem Landkreis.

Das Stadtarchiv kümmert sich aber auch um die nicht-digitalen Bestände. So habe es im vergangenen Jahr eine Entsäuerungsmaßnahme gegeben, die die Lebensdauer der alten Akten aus Papier um rund vier Jahrhundert verlängert habe. Rund 830 Besucher seien im letzten Jahr gezählt worden. Eine große Aufgabe für das Stadtarchiv sei in diesem Jahr die Vorbereitung der Landesausstellung zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 in Coburg.

Etwa 120 Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der Naziherrschaft und des Dritten Reiches gibt es zurzeit in Coburg. Grundsätzlich stimmte der Kultur- und Schulsenat einem Antrag von SPD-Stadträtin Franziska Bartl zu, das Projekt fortzusetzen. Da die finanziellen Möglichkeiten der Stadt aber begrenzt seien, soll eine Fortsetzung aber erst wieder im Jahr 2018 ins Auge gefasst werden. mako