Coburg - Da geht’s den Göttern wie den Leuten: Das Leben nimmt sie mit, fräst seine Spuren in ihr Antlitz und ihre Körper. Schroff, zerklüftet, unbehauen wirken sie allesamt, der Zeus wie das Liebespaar. Und doch keineswegs grobschlächtig, ganz im Gegenteil: In ihrer spröden Natürlichkeit muten sie geradezu fragil an. Andreas Kuhnlein blickt hinter die Fassaden, seine Holzskulpturen verweigern sich der Glätte, dem schönen Schein. Sie offenbaren Brüche und Zerrissenheit, Ängste und Hoffnungen, die ganze Palette der Emotionen. "Spuren des Menschseins" lautet denn auch der Titel der Ausstellung, mit der sich der Bildhauer aus dem Chiemgau von Samstag an im Coburger Kunstverein vorstellt.
Coburg Der Mensch mit Ecken und Kanten
Dieter Ungelenk 04.07.2019 - 18:12 Uhr