Untersiemau/Coburg - Es ist schon etwas länger her. Viel länger her. So ungefähr 210 Millionen Jahre. Da tummeln sich auch im Coburger Land Saurier, fressen Pflanzen oder andere Tiere. Einer davon, gut sechs Meter lang und gestreckt wie ein Krokodil, verendet. Vielleicht nach einem Kampf, vielleicht aus Altersschwäche, vielleicht ist er ertrunken. Klären lässt sich das nicht. Sein Kadaver sinkt auf den Boden eines Flusses. Irgendwann ändert der Fluss seinen Lauf. Der tote Saurier bleibt zurück, eingeschlossen in einer Sandschicht. Jahrmillionen vergehen, die Erdgeschichte verwandelt den Sand in Stein, Burgsandstein. Und dann kommt das Jahr 1952. Herbert Göckel zündet eine Sprengung in seinem Steinbruch in Untersiemau. Als sich der Staub verzieht, entdeckt er den Schädel eines Reptils. Eben jenes Sauriers. Der Untersiemauer birgt den Fund und überlässt ihn dem Coburger Naturkundemuseum. Der Schädel wird so gut es geht hergerichtet, allerdings fehlt die Schnauze. Und er bekommt einen Namen: Coburgosuchus goeckeli - nach seinem Entdecker Herbert Göckel.
Coburg Der Saurier aus Untersiemau
Von Martin Fleischmann 16.11.2011 - 00:00 Uhr