Coburg - Max ist gerade mal neun als es anfängt. Die Coolen in der Klasse haben ihn als Sündenbock ausgemacht. Worum es genau ging, das kann seine Mutter heute gar nicht mehr sagen. Aber plötzlich passiert es immer häufiger, dass Max von Vorfällen aus der Schule berichtet. Mal ist ein Turnbeutel verschwunden, ein anderes Mal ist der gerade erst gekaufte Füller zerbrochen. In der Pause traut er sich kaum noch auf den Schulhof, weil er dort von den anderen "gejagt" wird, wie seine Mutter es nennt. Zu körperlichen Angriffe, die so schwer sind, dass die Polizei eingeschaltet werden muss, kommt es zwar nie. Wohl aber gibt es Schubsereien, Beine, die gestellt werden und am häufigsten Pöbeleien. Letztere nicht nur direkt und mitten in der Schule, sondern auch nach Unterrichtsende, wenn Max zu Hause ist. Sie erreichen den heute Elfjährigen dann per Nachricht auf dem Handy. "Schlimme Texte waren das, in dem sie ihn beschimpft und bedroht haben", erzählt seine Mutter.