Coburg - Zehn, neun, acht, sieben, "wos, der hot etzt an eichene Rundazähle", sechs, fünf, vier, "an eichene Rundazähla!", drei, zwei, eins, und er springt auf die Bühne. Die Show im ausverkauften Coburger Kongresshaus Rosengarten beginnt. Kabarettist, Musiker und "Dreggsagg" Michl Müller fängt an, sich aufzuregen. Und dies mehr als dreieinhalb Stunden lang. In seinem Mammutprogramm "Ausfahrt freihalten!" fegt er durch die große Politik mit Wirtschaft und Umweltkatastrophen, aber auch durch den Alltag und das Umfeld der Gattung Mensch. Dabei kommt er vom Hundertsten ins Tausendste, möchte erst einmal den beginnenden Wonnemonat Mai begrüßen, den Wochen, in denen selbst Merkel in den Kuschelmodus geht, spricht von aufkeimenden Gefühlen und Hormonwallungen, um zwei Sekunden später schon beim Thema Griechenland zu landen, und da schlagen die zarten Emotionen bereits in giftige Attacken um: "Reparationen für die ganzen Calamari, die wir fressen wollten! Und ihre Nana Mouskouri kriegen's auch wieder zurück, aber mitsamt ihrer Brille!".
Coburg Ein "Dreggsagg" regt sich auf
Von Maja Engelhardt 03.05.2015 - 00:00 Uhr