Coburg - Eva Schroers aus Rödental ist schon zur Pause hin und weg: "Wie machen die das nur? Die müssen doch Gummiknochen haben", sagt sie, während ihr Ehemann Udo nur mit den Schultern zuckt. Von ihm hatte sie sich die Karten (zwischen 40 und 60 Euro) für den Chinesischen Nationalzirkus zum Geburtstag gewünscht. 26 Akrobaten tummeln sich für die Show "Chinatown" auf der kleinen Bühne im gut besetzten Kongresshaus: Sie lassen riesige Ming Vasen auf ihren Köpfen kreisen, als wären sie aus Watte. Sie jonglieren mit sechs Kuchentellern auf hauchdünnen Stäbchen. Und sie tanzen und verbiegen sich dabei in nahezu perfekt aufeinander abgestimmten Choreographien. Selbst ganze Esstische wirbeln sie auf ihren Füßen herum und lassen sie kreisen. Dabei blicken sie so entspannt lächelnd ins Publikum, als wäre es ein Pappenstiel. Und das alles noch verstrickt in die Geschichte der chinesischen Emigranten des 19. Jahrhunderts, die in den Metropolen Paris, London oder New York ihre eigenen Stadtviertel gründeten. Daher auch der Name "Chinatown" für die aktuelle Show.
Coburg Ein Feuerwerk der Akrobatik
Von Henning Rosenbusch 26.02.2016 - 00:00 Uhr