Gemünda - Dieser Geschmack. Dieser Duft. Ein echter Waldpilz ist mit einem gezüchteten nicht zu vergleichen. Davon ist Renate Dressel überzeugt. Seit ihren Kindertagen hat ihr Vater gut gefüllte Körbe voller Pilze mit aus dem Wald gebracht. So kamen sie auch in ihrem eigenen Haushalt auf dem Bauernhof in Gemünda regelmäßig auf den Tisch. "Ich kannte mich mit Pilzen nicht aus, und als mein Vater plötzlich starb, habe ich auch seine Waldpilze vermisst". Schließlich erbarmt sich ein Bekannter und zeigt Renate Dressel, wo welche Pilze zu finden sind. Seither geht sie selbst gerne in den Wald und hat meist noch eine Reserve an Pilzen im Gefrierschrank. Es sind Maronen, Steinpilze, Rotkappen und Butterpilze. Die taut sie leicht an und bereitet daraus ein Gulasch - mit frischem Schweinefleisch vom eigenen Hof. "Das gibt es bei uns einmal im Monat, das wird gerne gegessen", verrät sie, während sie Zwiebeln in etwas Butter bräunt und dann Petersilie dazu mischt. Ihr Mann und der Sohn kümmern sich um die 1900 jungen Schweine, die in dem Familienbetrieb in zwei großen Ställen gehalten werden, um die Äcker und all die Arbeiten, die auf einem großen Hof anfallen. "Wenn sie mittags reinkommen, brauchen sie etwas kräftiges", sagt sie. Ansonsten könnte man das Gulasch auch vegetarisch zubereiten. Das Fleisch brät Renate Dressel separat an, "dann ist es schneller durch", so ihre Erfahrung. Erst später mischt sie in einer Pfanne Fleisch mit Pilzen und stellt sie in den Ofen zum Durchziehen bei milder Hitze. "Das gibt einen richtig guten Geschmack", ist sie sicher und genießt den köstlichen Pilzduft, der bereits durch die Küche zieht.