Coburg - Seit darüber nachgedacht wird, Dieselfahrzeuge aus Großstädten zu verbannen, sind Besitzer solcher Autos verunsichert. Sie befürchten, dass ihre Fahrzeuge in Kürze stark an Wert verlieren könnten, oder dass sie mit Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit rechnen müssen. Eine mögliche Lösung bietet die Umrüstung auf Gasbetrieb. Das sei im Nachhinein möglich und für Nutzfahrzeuge mit hoher Kilometer-Laufzahl auch wirtschaftlich interessant, erklärt Martin Zapf. Der Sonneberger hat gerade sein Masterstudium in Energiemanagement und -technik beendet und seine Abschlussarbeit bei Audi gemacht. Jetzt forscht er an der Hochschule Coburg, wie die Preisgestaltung für Strom flexibel an die täglich schwankende Verfügbarkeit angepasst werden kann. Bei Audi beschäftigte sich Martin Zapf mit der Umwandlung von Strom in Gas. "Audi hat die erste industrielle Anlage dafür gebaut und versorgt schon Fahrzeuge", schildert er. Durch einen sogenannten Elektrolyse-Prozess wird der Strom in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespaltet. Der Wasserstoff kann zu einem Teil direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden. Weil jedoch der Wasserstoff-Anteil im Gas nicht zu hoch werden darf, wird es durch einen Reaktionsprozess in Methan umgewandelt. "Ziel ist, den überschüssigen Strom, der nicht über das Netz transportiert werden kann, als Gas transportabel zu machen", erklärt Zapf. Zumal das Gasnetz im Gegensatz zum Stromnetz große Speicherkapazitäten habe. Vor Ort bestehe die Möglichkeit, aus dem Gas wieder Strom zu erzeugen. Wirtschaftlich sei dies aber derzeit noch nicht, da der Strompreis zu hoch sei und sich der Preis durch den Umwandlungsprozess verdopple.
Coburg Ein Tank, der Probleme löst
Christiane Schult 11.04.2017 - 16:51 Uhr