Coburg/Neustadt - Flucht, Vertreibung und Emigration sind Ereignisse, denen wir in der Geschichte immer aufs Neue begegnen. Auch das Coburger Land war mehrmals Ziel von Flüchtlingen oder Vertriebenen. Coburgs evangelischer Dekan Christoph Liebst hat kürzlich an das Schicksal der Salzburger Exulanten und an die Gastfreundschaft der Coburger damals erinnert. Es waren Protestanten, die 1731 aus dem katholischen Fürsterzbistum Salzburg ausgewiesen worden waren, insgesamt etwa 20 000 Menschen. Von Juli bis September 1732 zogen rund 7000 dieser Glaubensflüchtlinge in neun Zügen durch das Coburger Land, um vor allem in Preußen eine neue Heimat zu suchen. Die ersten 544 Exulanten mit zehn Wagen kamen am 21. Juli 1732 nach Coburg und wurden unter dem Läuten der Glocken ehrenvoll empfangen und gastlich aufgenommen. Die Coburger zeigten damals ein freundliches Gesicht. Sie sammelten Spenden und haben sich, so schilderte es der damalige Diakon Fischer, geradezu darum gerissen, eine Salzburger Familie bei sich beherbergen zu dürfen. Einige der Vertriebenen haben sich in Coburg sogar niedergelassen.