Neustadt - Den Überlieferungen zu Folge wurde der erste Weihnachtsbaum im Jahr 1419 von der Freiburger Bäckerschaft aufgestellt, der Anfang einer Erfolgsgeschichte. Aber ob Nordmanntanne, Blaufichte, Kiefer, Nobilis, Fichte oder Kunststoff? Egal welcher Art der Weihnachtsbaum ist, es muss nur einer sein. So denken jedenfalls die Einwohner der Großen Kreisstadt - und sie stehen sicherlich nicht allein mit ihrer Meinung. Doch woher nehmen, wenn nicht "stehlen"? Die letztgenannte Alternative ist sicherlich nicht probat, zumal sie geahndet wird. Allerdings werden laut Schätzung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände 500 000 illegal gefällte Christbäume das Fest zieren. Da schon lieber in den Wald fahren und beim Förster einen offiziell selbst schlagen. "In Neustadt ist das allerdings nicht möglich", so Frank Wystrach von der Forstdienststelle in der Ebersdorfer Straße. "Wir betreiben hier keine Weihnachtsbaumkultur, da die Nachfrage nicht so groß ist und die Bäume dann rauswachsen und so ein wirtschaftlicher Verlust entstehen würde", erläutert Förster Wystrach. Dagegen bieten Mitwitz sowie Coburg-Callenberg den sogenannten selbst geschlagenen Baum an. "Ich gehe so spät als möglich und kaufe mir den Baum erst am Heiligabend", sagt der zweifache Familienvater Jürgen aus voller Überzeugung, dann einen möglichst "frischen" Baum gekauft zu haben. "Und das stimmt sogar, denn wir erhalten natürlich ständig neue Lieferungen", so Markus Zettl. "Dabei sind die Nordmanntannen mit einem Marktanteil von über 50 Prozent vom Marktführer Dänemark die Favoriten, aber auch die Frankenwaldbäume liegen im Trend." Matthias hat sich gleich zwei Bäume geholt: "Einen für meine Eltern und einen für mich", sagt er und ergänzt "ein Weihnachten ohne einen echten und natürlich selbst geschmückten Weihnachtsbaum geht gar nicht." Die Preise für so ein Edelgehölz halten sich laut Aussage der Zettls am Vorjahresniveau. "Wir sind dieses Jahr früh dran", sucht Hannelore gerade nach dem passenden Baum "aber er muss mir auf den ersten Blick gefallen." Für sie gehört eben der Weihnachtsbaum zum Fest der Feste dazu. Und gegen Mittag kommen die Käufer dann zahlreicher zur Baumbeschau. "Wir haben schon ein gutes Geschäft zu verzeichnen", so Markus Zettl. "Aber wir haben, so unsere Bäume bis dann nicht ausverkauft sind, sogar noch am Heiligabend bis gegen Mittag geöffnet." Für Schnäppchenjäger dann vielleicht die Möglichkeit, den Preis zu drücken? Letztlich verschenkt werden die zu Höherem berufenen Bäume aber auch dann nicht, denn Zerkleinerung oder Verkauf an Tiergärten steht als Alternative an. Zudem geht der Trend zu kleineren Bäumen, aus pragmatischen Gründen: "Die sind billiger und fangen so die Teuerungsrate auf." Aber auch der Zweitbaum, der schon im Advent aufgestellt wird, liegt voll im Trend und schmückt so beispielsweise Eingangstreppe oder Terrasse. "Ich finde, dass man für sogenannte schöne Bäume auch bereit ist, etwas auf den Tisch zu legen", sieht der 45-jährige Hans die Preise für gerechtfertigt "denn die Billigangebote kannst net kaufen, die schauen ja furchtbar aus".
Coburg Es muss Liebe auf den ersten Blick sein
Von Peter Tischer 15.12.2014 - 00:00 Uhr