Coburg FDP will Pflegenotstand beseitigen

Mit einem Antrag will sich die FDP Coburg auf der kommenden Stadtratssitzung für die Gründung einer neuen Arbeitsgruppe einsetzen.

Es gibt zu wenig Pflegekräfte. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Bodo Schackow

Immer mehr Menschen müssen von immer weniger Pflegekräften betreut werden. Nach Angaben der Online-Plattform Statista hat sich die Zahl hilfsbedürftiger Menschen in Deutschland innerhalb der vergangenen 20 Jahre mehr als verdoppelt und beläuft sich aktuell auf 4,1 Millionen. Oft bleiben nur nahe Angehörige für die notwendige Betreuung.

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Die Diskussion im Coburger Stadtrat zur Schließung des Pflegeheims auf der Bertelsdorfer Höhe hat jüngst den Fachkräftemangel in den Fokus gerückt. Als Reaktion darauf will nun die FDP in der nächsten Stadtratssitzung am 26. Januar einen Antrag stellen, um die Stadtverwaltung mit der Gründung einer Arbeitsgruppe zu beauftragen. In dieser sollen Verantwortliche aus Verwaltung, Wohnbau und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wifög) Anstrengungen zur Bekämpfung des Mangels an Pflegekräften und -plätzen unternehmen, wie dies bereits vorbildlich im Hinblick auf den Ärztemangel im ländlichen Raum erfolge. „Die Wichtigkeit einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung in Stadt und Land ist sowohl als Daseinsvorsorge als auch als Standortfaktor erkannt“, erklärt die FDP in einer Pressemitteilung. „Deswegen wurden zur Bekämpfung des Ärztemangels bereits umfangreiche Maßnahmen beschlossen wie die Medical School, Werbemaßnahmen, Hilfe bei der Wohnraumsuche und dem Vorhalten von Praxisflächen, um nur einige zu nennen. Diese Bemühungen zeigen nun bereits Wirkung.“

Die Diskussion im Stadtrat zur Schließung des Pflegeheimes auf der Bertelsdorfer Höhe habe gezeigt, dass in diesem Bereich ein noch größeres Problem auf die Gesellschaft zukomme. „Die demografische Entwicklung zwingt hier zu vorausschauender Planung und Aktivität, um auch in Zukunft Pflegeplätze für zu pflegende Angehörige in erreichbarer Nähe sicher zu stellen. Deshalb ist es aus unserer Sicht wichtig, bei der Gewinnung und Ausbildung von Pflegekräften auch von Seiten der Kommune dieselbe Kraftanstrengung aufzubringen wie dies im Krankenhausbereich geschieht“, teilt die FDP mit.

Wie bei der Anwerbung von Ärzten sollten hier entsprechende Maßnahmen erfolgen, beispielsweise Hilfe bei der Wohnraumbeschaffung, heißt es in der Pressemitteilung. Die notwendigen Mittel dafür seien im Haushalt einzustellen. Angesichts der sich häufenden Schließungen von Alten- und Pflegeheimen in Coburg und Umgebung solle die Arbeitsgruppe auch den Bau und den Betrieb solcher Einrichtungen durch die hier bereits bisher engagierten Organisationen und private Initiatoren nachhaltig unterstützen. „In einer älter werdenden Gesellschaft wird hier gegenzusteuern eine Mammutaufgabe, wo sich auch die Kommune ihrer Verantwortung nicht entziehen darf“, betont FDP-Kreisvorsitzender Michael Zimmermann.