Coburg feiert die Tiere Ein Fest für Hund, Katz’ und Huhn

Wolfgang Desombre

Über 25 Vereine und Organisationen stellten beim „Straßenfest für Tiere“ ihre Arbeit vor. Besucher bekamen praktische Tipps, wie sie den kleinen Lieblingen helfen können.

Tanja Bernhardt und Sigrun Müller von „Planbe“ retten mit dieser Kiste Hennen aus der Massentierhaltung und vermitteln die Tiere weiter an Privatpersonen. Foto: Wolfgang Desombre

Der Verein Humans For Animals hatte am Samstag zum dritten „Straßenfest für Tiere“ in die Spitalgasse eingeladen. Über 25 Vereine und Organisationen stellten ihre Arbeit vor und gaben auch praktische Tipps, wie Menschen Tieren im Alltag und in Notfällen helfen können.

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Initiatorinnen des Festes waren Juliane und ihre Mitorganisatorin Mella. Vor drei Jahren wurde ihnen klar, dass Ehrenamtliche oft zwar für dieselbe Sache kämpfen, aber zu wenig voneinander wissen oder sich selten persönlich begegnen. Ziel des Straßenfests ist es, Vereine zu vernetzen, ihnen eine Plattform zu geben und Tierrechts- sowie Tierschutzengagierte zusammenzubringen.

„Die Tierrechtsarbeit beruht darauf, dass Tieren als fühlenden Lebewesen die gleichen Rechte zustehen wie uns”, erklärt Juliane. “Beide Seiten sind wichtig, unterscheiden sich aber in Zielen und Vorgehensweisen. Wir wollten zeigen, wie vielfältig Engagement für Tiere ist und dass Zusammenarbeit lohnt.”

Die ersten beiden Veranstaltungen liefen laut Tierrechts-Referentin Juliane besser als erwartet: „Alle waren begeistert. Durch die Zusammenarbeit ist unser Verein enger zusammengewachsen und größer geworden.” Humans For Animals sei vor etwa einem Jahr entstanden; durch die Kooperation werde das Straßenfest kontinuierlich besser. „Jeder bringt sich auf seine Art ein – das ist richtig schön zu sehen und macht uns alle glücklich.”

Besucher konnten sich auf dem Fest in der Innenstadt auch schminken lassen. Foto: Wolfgang Desombre

„Ich liebe Tiere“ sei ein Satz, den sie schon oft gehört und auch schon selbst oft gesagt habe, sagte die Organisatorin Juliane Schülke am Samstagvormittag in der Fußgängerzone bei der Eröffnung des „Straßenfestes für Tiere“. Aber was bedeutet er? Für sie bedeutet er vor allem: „Ich liebe Hunde.“ Sie seien für sie das absolut Größte. Vielleicht habe sie deshalb gleich drei davon. Niemand habe sie so viel gelehrt wie diese Vierbeiner und gezeigt, was wirklich wichtig sei im Leben. Aber Hunde seien nur eine Spezies. Und genau da beginnt für sie die eigentliche Frage: Der Tierschutz hört nicht beim Hund auf. Es gibt noch so viele andere Tiere. Eines schlafe im Bett, ein anderes im Stall.

Also, was bedeutet der Satz „Ich liebe Tiere“ wirklich? Als sie anfing, sich darüber Gedanken zu machen, habe sie vielen teilweise unangenehmen Wahrheiten ins Auge sehen müssen. Und dabei sie ihr etwas Wichtiges klar geworden: „Ich liebe gar nicht alle Tiere. Aber ich finde die allermeisten von ihnen toll. Ich bewundere sie für ihr Können und dafür, wie haushoch sie uns überlegen sind. Ganz oft. Und ich möchte, dass es ihnen ungeachtet ihrer Fähigkeiten gut geht und dass sie ein Leben leben dürfen.“ Sie respektiere sie also und man müsse ja jemanden nicht lieben, um ihn zu respektieren.

Der Coburger Verein Humans For Animals richtete zum dritten Mal das Straßenfest für Tiere aus Foto: Wolfgang Desombre

Die erste Konsequenz für sie war deshalb, vegan zu werden. „Ich muss aufhören, ihnen zu schaden, denn Veganismus ist die Ablehnung von Gewalt und Grausamkeiten gegen Tiere.“ Das sei damals ein ziemlich krasser Schritt, vor allem für ihr Umfeld gewesen, sagte Schülke. Veränderung beginne aber immer bei einem selbst. Aus heutiger Sicht sei es die beste und grundlegendste Entscheidung ihres Lebens gewesen. Mitgefühl sollte nicht davon abhängig sein, zu welcher Spezies ein Lebewesen gehört.

Aber was könne man darüber hinaus noch tun? Andere auf ihrem Weg begleiten, durch Aufklärung und Straßenaktivismus, durch das Aufzeigen von leckeren Alternativen bei den veganen Stammtischen, durch die Rettung und Vermittlung von Tieren in Not oder auch durch dieses Fest.

Was mit einer sehr guten Idee angefangen habe, habe sich zu einem großen Straßenfest etabliert – und das mit über 26 Vereinen und Ehrenamtlichen, hob Coburgs 2. Bürgermeister Can Aydin hervor, dass dies keine Selbstverständlichkeit sei. Es gehe nicht nur um das Thema Tierrechte, sondern auch um Tierschutz und Ernährung. „Dankeschön, dass es euch gibt, dankeschön für diesen Einsatz.“ Der Bürgermeister zitierte an dieser Stelle noch seine Frau, die immer sage: „Die Tiere sind die besseren Menschen.“