Goldbergseefest Abkühlung am Wasser

Beim ersten Gold.Berg.See.Fest dreht sich alles um Fahrrad und E-Autos. Auch Vereine präsentieren sich den Besuchern.

Gluthitze und weitere Veranstaltungen in der Region mögen dazu beigetragen haben, dass weniger Besucher als erhofft am Samstag den Weg zum Goldbergsee fand. Die, die kamen erlebten jedoch viele Aktionen rund um das Thema alternative Mobilität. Eingeladen hatte die Arbeitsgruppe „Coburg ohne Auto erleben und genießen“, die auf Initiative des Coburger Stadtrates ins Leben gerufen wurde. Ziel des Festes am See war es, die vielfältigen Möglichkeiten der Mobilität aufzuzeigen. So ist der Goldbergsee im Coburger Stadtteil Beiersdorf gut mit der Bahn, dem Bus, dem Rad oder auch zu Fuß erreichbar.

Vor Ort nutzten Vereine und Initiativen die Möglichkeit, sich den Besuchern zu präsentieren. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Coburg bot an, die Räder der Gäste zu codieren. Dabei wird an den Fahrzeugen eine spezielle Nummer angebracht mit Informationen zum Besitzer. „Das ist eine echte Erleichterung, wenn es geklaut und gefunden wird lässt sich leicht zurückverfolgen, wem es gehört“, erklärt Ulrich Schmerbeck vom ADFC.

Ulrike Salowski ist mit ihrem 18-jährigen Sohn Finn auf dem E-Tandem gekommen und froh, dass das hochwertige Rad nun mit der neuen Codierung besser gegen Diebstahl geschützt ist. Wegen einer Behinderung kann Finn nicht alleine Rad fahren. „Zusammen geht es aber sehr gut und es macht ihm richtig Spaß“, freut sie sich. Wenige Schritte weiter informieren der Bund Naturschutz und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) über den Radentscheid Bayern. Derzeit werden für dieses Volksbegehren Unterschriften gesammelt, 35 000 sollen es bis September insgesamt werden. Es richtet sich an das Bayerische Innenministerium. Ziel ist es, ein Gesetz zur Stärkung der Fahrradmobilität in Bayern für mehr Klimaschutz und Verkehrssicherheit auf den Weg zu bringen. Das Fest am Goldbergsee dient als Auftaktveranstaltung für die Unterschriftensammlung in der Region. „Die ersten 100 Unterschriften haben wir beisammen“, sagt Marita Nehring vom ADFC zufrieden. Sie ist Mitglied der Arbeitsgruppe, die das Fest organisiert hat und wirbt für mehr Rücksichtnahme bei allen Verkehrsteilnehmern. Parken auf dem Radstreifen vor dem Klinikum Coburg oder in der Mohrenstraße etwa sorge für eine unnötige Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern. Außerdem will sie mit ihren Mitstreitern erreichen, dass jeder gut überlegt, welches Verkehrsmittel für welchen Zweck gerade sinnvoll ist. Das könne auch durchaus mal das Auto sein, aber eben auch das Rad oder ein paar passende Schuhe für einen Fußweg. „Wenn wir es hinkriegen, dass die Leute mehr Rücksicht und die Verkehrsmittelwahl ernster nehmen, haben wir schon etwas erreicht“, sagt sie.

Am Stand des Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben Gäste die Gelegenheit, durch ein Spektiv, einem Fernrohr auf einem Stativ, die Vögel am See zu beobachten. „Wir haben hier vor einigen Wochen erst eine Lachmöwe mit Nachwuchs entdeckt“, schildert Thomas Tippelt vom LBV. Neben ihm stehen einige E-Autos der Gruppe „Elektromobilität für Coburg“ (EMFCO), darunter ein neuer Kia EV6 mit kräftigem Elektromotor. „Das Fahren mit einem Elektroauto macht Spaß, diese Power, dieses geräuschlose Dahingleiten“, kommt Tobias Piller ins Schwärmen. Er ist Mitglied von EMFCO. Piller erklärt Interessenten die Vorteile der Fahrzeuge, und dass die neuen Elektroautos was die Reichweite angeht schon viel besser sind als die ersten Modelle. Insgesamt neun Vereine und Gruppen informieren am Goldbergsee, hinzu kommen Foodtrucks und ein privater Flohmarkt vor der benachbarten Gärtnerei.

„Wir hätten uns ein paar mehr Besucher gewünscht“, bilanziert Marita Nehring am späten Nachmittag. Dennoch sei sie mit der ersten Auflage der Veranstaltung zufrieden. Ob das Fest am See ein fester Bestandteil des Coburger Veranstaltungskalenders wird müsste die Arbeitsgemeinschaft nun besprechen. Während in diesem Jahr der Schwerpunkt auf der Information lag, könnte man in Zukunft auch über ein begleitendes Unterhaltungsprogramm nachdenken, so Nehring. Als nächste Aktion will die Arbeitsgruppe nun die Idee angehen, gemeinsam mit den Stadtmachern im Bereich der oberen Mohrenstraße sowie der Bader- und Webergasse eine Aktion durchzuführen.

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