Coburg HSC belohnt sich nicht für großen Kampf

Coburg macht gegen Berlin vieles gut, muss dennoch die neunte Niederlage im neunten Spiel hinnehmen. Die Füchse siegen mit 32:25. Rechtsaußen Florian Billek darf sein 200. Bundesliga-Tor bejubeln.

Coburg - Neunte Niederlage im neunten Spiel: Aufsteiger HSC 2000 Coburg muss in der Handball-Bundesliga weiter auf den ersten Punktgewinn warten. Auch gegen die klar favorisierten Füchse Berlin deuteten die Vestestädter, die auf die verletzten Jakob Knauer, Drazko Nenadic, Pontus Zettermann, Dino Mustafic und Max Preller verzichten mussten, an, dass sie auch gegen starke Gegner über weite Strecken mithalten können. Doch wieder reichte es am Ende nicht für etwas Zählbares. Mit 25:32 (11:15) mussten sich die Gastgeber in der HUK-Coburg-Arena geschlagen geben.

Nervöser Beginn

Die Hausherren starteten vervös. Zu viele technische Fehler und schlecht vorbereitetete Abschlüsse bereits in der Anfangsphase sorgten dafür, dass die Gelb-Schwarzen immer einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Beim Stande von 4:6 parierte der erneut herausragende Konstantin Poltrum einen Siebenmeter von Hans Lindberg. In der 10. Minute war es dann soweit: Der serbische Neuzugang Milos Grozdanic, dessen Verpflichtung der HSC am Freitag bekanntgegeben hatte, erzielte sein erstes Torfür Coburg, er ließ mit einem Siebenmeter Füchse-Keeper Dejan Milosavljev keine Chance und verkürzte auf 5:7.

Bei 6:8 pariert Poltrum auch den zweiten Siebenmeter von Lindberg, blieb mit knapp 39 Prozent gehaltener Bälle bis dahin sogar über seinem herausragenden Saison-Durchschnitt von 33 Prozent. "Schaltet den Kopf ein und werdet konsequenter. Wir könnten mit fünf Toren führen und es ist nur eins", stauchte Füchse-Trainer Jaron Siewert nach 18 Minuten und dem 7:8-Aschlusstreffer von Andreas Schröder in einer Auszeit seine Truppe zusammen, Das lag aber vor allem an Poltrum, der im HSC-Tor weiter überragend parierte und bereits zur Halbzeit zehn Paraden zu Buche stehen hatte.

Drux kommt

Siewert schickte danach Routinier Paul Drux auf die Platte, der nun mit Gojun den Berliner Mittelblock bildete. Florian Billek hatte zwimal die Chance zum 10:11, scheiterte aber ebenso an Milosavljev wie anschließend Grozdanic von Linksaußen. Fabian Wiede sorgte wieder für eine Drei-Tore-Führung der Füchse (24.). Pouya konnte mit der Chance zum 12:14 den Füchse-Keeper nicht überwinden. Nachdem Lindberg vorher mit zwei Siebenmetern an Poltrum gescheitert war, durfte der schwedische Youngster Valter Chrintz an den Strich, ließ dem HSC-Torwart keine Chance und sorgte für den 11:15-Halbzeitstand.

Chrintz sicher

Nach Foul an Florian Billek musste Tim Matthes für zwei Minuten auf die Bank, Coburg, Varvne stellte mit seinem vierten Treffer auf 13:17. Doch in Unterzahl gab es einen weiteren Siebenmeter für Berlin und erneut Chrintz überwand Poltrum zur erneuten Vier-Tore-Führung für Berlin. Billek verkürzte auf 14:18 und nach einer weiteren Zwei-Minuten-Strafe gegen Andersson war Berlin für eine halbe Minute sogar in doppelter Unterzahl. Beim dritten Siebenmeter von Chrintz konnte Poltrum parieren, doch im Nachwurf erhöhte der Hauptstädter auf 14:19, Matthes sorgte für die erste Sechs-Tore-Führung der Gäste (14:20, 38.). Paul Schikora brachte Coburg nochmals auf zwei Tore ran (16:20), doch Holm mit dem 16:21 machte klar, dass die Füchse nicht gewillt waren, das Spiel noch aus der Hand zu geben. Weil sich in der zweiten Hälfte beide Teams eine Menge Fehlwürfe leisteten, änderte sich am Kräfteverhältnis kaum etwas. Der HSC kämpfte bis zum Schluss, kam aber nicht entscheidend heran. Grozdanic durfte seinen dritten Siebenmeter verwandeln (18:21, 44.), auf der anderen Seite traf auch Chrintz einmal mehr vom Strich (18:22, 45.)., Andersson per Hüftwurf legte zum 18:23 nach. Auch der eingewechselte Fredrik Genz hatte beim Siebenmeter gegen Grozdanic keine Chance, er traf durch die Beine des Füchse-Keepers zum 19:23.

Nach dem fünften Treffer von Chrintz zum 19:24 war die Angelegenheit geregelt, HSC-Coach Mraz versuchte nochmals in einer Auszeit, sein Team neu einzustellen. Varvne verkürzte aus dem Rückraum mit seinem sechsten Treffer bis dahin auf drei Tore (21:24), doch dann musste Grozdanic mit einer Zwei-Minuten-Strafe auf die Bank. Billek brachte Coburg mit seinem 200. Bundesliga-Tor, einem Siebenmeter, noch einmal auf Zwei heran (22:24, 52.), doch Lindberg mit einem souveränen Heber vom Strich über Poltrum stellte auf 22:25, ließ analog dazu einen weiteren Siebenmeter-Treffer zum 22:26 folgen. Schröder verkürzte auf 23:26, doch nach dem 23:27 durch Freihöfer war die Sache entschieden. Der 18-jährige Robin Heinis mit einem Siebenmeter gegen den eingewechselten HSC-Youngster Fabian Apfel machte den Sack endgültig zu. Coburg ist weiter das Team mit der schwächsten Wurfausbeute in der Liga.

Statistik

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum, Fabian Apfel - Pouya Norouzine Nezhad (1), Felix Sproß, Florian Billek (5/1), Tobias Varvne (6), Paul Schikora (1), Felix Dettenthaler (nicht eingesetzt), Justin Kurch (1), Stepan Zeman (1), Milos Grozdanic (4/4), Andreas Schröder (6), Christoph Neuhold (nicht eingesetzt); Trainer: Alois Mraz.

Füchse Berlin: Fredrik Genz, Dejan Milosavljev, Simon Ernst, Fabian Wiede (1), Jacob Tandrup Holm (5), Jakov Gojun (2), Lasse Bredekjaer Andersson (2), Hans Lindberg (6/2), Tim Freihöfer (2), Frederik Simak, Valter Chrintz (5/3), Tim Matthes (4), Robin Heinis (1/1), Johan Koch, Mijaijlo Marsenic (4), Paul Drux; Trainer: Jaron Siewert.

Schiedsrichter: Steven Heine (Wendeburg), Sascha Standke (Ronnenberg). - Gelbe Karten: Gojun, Wiede / Kurch, Grozdanic, Zeman. - Zeitstrafen: Zeman, Grozdanic, Kurch, Varvne, Sproß / Matthes, Andersson, Marsenic (2). - Zuschauer: 0. - Spielfilm: 0:1, 1:1, 1:4 (5.), 2:5, 3:6; Auszeit Coburg; 4:6, 5:7, 6:8 (15.), 7:8 (18.); Auszeit Berlin; 7:9, 8:9, 8:11, 9:11 (21.), 9:13, 10:13, 11:14, 11:15 - Halbzeit - 12;15, 12:17, 14:18 (36.), 14:20, 15:20, 17:21, 18:23, 19:24 (48.); Auszeit HSC; 20:24, 22:24, 22:26, 23:26 (54.); Auszeit Berlin; 23:28 (55.); Auszeit Coburg; 24:30 (58.), 25:32 (Endstand).

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