Coburg Im Westen fehlen Kindergartenplätze

Coburg ist, was Krippen- und Kindergartenplätze anbelangt, gut aufgestellt. Doch ein weiterer Ausbau ist notwendig, insbesondere im Westen der Stadt. Foto: picture alliance/dpa

Die Stadt Coburg ist bei der Betreuung ihrer kleinsten Bürger grundsätzlich gut aufgestellt. Doch es gibt auch Lücken. Diese zeigt eine Bedarfsermittlung und Prognose auf.

Coburg - Die Prognose, dass die Bevölkerungszahl in Coburg bis zum Jahr 2020 dramatisch sinkt, hat sich nicht bewahrheitet. Dies sei ein Beleg dafür, dass die Stadt für Familien attraktiv ist. Das zeige auch die Ermittlung des zukünftigen Bedarfs an Kinderbetreuungsplätzen, sagte Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) in der jüngsten Stadtratssitzung. Dort stellte Manfred Zehe vom Modus-Institut für angewandte Sozialforschung, Methoden und Analysen Bamberg die Fortschreibung der Planung vor.

Im Masterplan, der dem Stadtrat präsentiert wurde, wird festgestellt, dass Coburg über viele Jahre hinweg einen Spitzenplatz in der Versorgung mit Kinderbetreuungsplätzen eingenommen hat. Dabei sei Coburg lange Zeit Spitzenreiter in Bayern in der Versorgung mit Krippenplätzen für unter Dreijährige gewesen.

Dennoch hätten die Kindergarten- und Krippenplätze in der Folgezeit nicht immer den tatsächlichen Bedarf gedeckt, wie Jugendamtsleiter Reinhold Ehl feststellt. Die Gründe: Immer mehr Frauen kehrten nach der Geburt ihres Kindes immer früher in ihren Beruf zurück. Durch Flucht und Vertreibung seien viele Familien mit kleinen Kindern zugewandert. Aufgrund der „hervorragenden wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen im gesamten Coburger Land“ sei die Vestestadt weiterhin ein attraktiver Standort zum Leben und Arbeiten. Etwa 100 Kinder mehr aus dem Landkreis würden Einrichtungen im Stadtgebiet besuchen als umgekehrt. Und: Die Geburtenrate steigt in ganz Deutschland an, was 2017 für Coburg eine Zunahme von rund 50 Kindern mehr als im Vorjahr bedeutet. „Allein dadurch müssen in den Folgejahren umgerechnet vier Krippen- oder zwei Kindergartengruppen mehr zur Verfügung stehen, um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen“, so das Amt für Jugend und Familie.

Ausgehend vom derzeitigen Ist-Stand von 1692 Plätzen – Stichtag: 30. Dezember 2020 – fehlen bis zum Jahr 2025 rechnerisch mindestens weitere 125 Kita-Plätze. Aktuell in der Umsetzung sind 15 weitere Plätze im Kinderhaus „Bergwichtel“ an der Medauschule; in Planung befinden sich 37 zusätzliche Betreuungsplätze in der Trägerschaft der Kirchengemeinde Scheuerfeld. „Dennoch fehlen, allein auf die Versorgungsregion ,West’ bezogen, rechnerisch immer noch 76 Plätze, die nach Möglichkeit auch überwiegend oder ausschließlich dort geschaffen werden sollen“, erläutert Reinhold Ehl. Die Versorgungsregion „West“ umfasst hauptsächlich den Stadtteil Scheuerfeld.

Hier werde der Bestand an Kita-Plätzen laut Bedarfsprognose bereits Ende des Jahres 2022 voraussichtlich um mehr als 100 Plätze unter dem Mindestbedarf liegen. Damit werde sich „die ohnehin bereits knappe wohnortnahe Versorgung in dieser Region zusätzlich verschärfen“. Verwirkliche allerdings die evangelische Kirchengemeinde Scheuerfeld die bis zum Jahr 2023 geplanten zusätzlichen Kita-Plätze, „könnte auch in dieser Region im Jahr 2026 der ermittelte Mindestbedarf erreicht werden“, heißt es im Masterplan.

Dieser wurde vom Stadtrat einstimmig zur Kenntnis genommen. Er bildet die Grundlage für die Fortschreibung zur Neuschaffung von Kinderbetreuungsplätzen in der Stadt Coburg. Einzelne Projekte dazu werden im Jugendhilfesenat beraten.

Autor

 

Bilder