Coburg Jeder kann’s!

Peter Tischer

Wiederbelebung mit einem Defibrillator gelingt sogar dem Laien. In Höhn am Feuerwehrgerätehaus hängt nun der erste der Bergdörfer.

Am Feuerwehrgerätehaus in Höhn ist nun auch ein Defibrillator installiert. Im Beisein von OB Fank Rebhan (links) übergab Angelique Kraus das Gerät an Michael Weidner. Foto: Tischer

Höhn - Der Europäische Rat für Wiederbelebung erarbeitet europaweit gültige Richtlinien für Wiederbelebung. In der neuesten gültigen Fassung wird speziell auf die Verwendung von Automatisierten Externen Defibrillatoren, kurz AED, eingegangen. In regelmäßigen Abständen werden zwar neue Defibrillatoren in Neustadt in den Dienst der Öffentlichkeit gestellt - mittlerweile gibt es rund 20 Defis im Stadtgebiet - doch es sind noch immer weiße Flecken auf der Landkarte zu erkennen.

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Nun wurde an der Außenwand des Feuerwehrgerätehauses in Höhn der erste Defi im Bereich der Bergdörfer installiert. "Der Standort ist ausgesprochen gut, zumal sich die Feuerwehr der Bergdörfer um den AED kümmert", freut sich Oberbürgermeister Frank Rebhan. "Jeder kann’s", will das Stadtoberhaupt die Angst nehmen, man könnte im Ernstfall etwas falsch machen. "Diese Geräte sehen kompliziert aus, aber sie reden mit euch und sagen, was ihr machen müsst", versichert Angelique Kraus und ergänzt: "Sie sind, mit Verlaub, idiotensicher."

Kraus hat die Aktion "Herzensretter" im Februar 2019 ins Leben gerufen und sammelt Spenden, um neue Defis anzuschaffen. Dazu verteilt sie Spendendosen, deren Inhalt zum Kauf eines Defi genutzt werden. "Ein Neustadter Friseur hat so die gesamte Summe zusammenbekommen", erzählt Kraus. Das Gerät sei nun im Geschäft positioniert und während der Öffnungszeiten nutzbar.

Zurück nach Höhn: 1800 Euro hat das Gerät samt Installation gekostet und wurde von der Kernstadtwehr, Oberbürgermeister Frank Rebhan sowie eben der Aktion "Herzensretter" finanziert. "Wir haben ein Kartturnier gemeinsam mit unseren Kameraden aus Großgarnstadt veranstaltet", erzählt der Vorsitzende des Neustadter Feuerwehrvereins Thorsten Barnikol "und den Erlös dazu gegeben, da die Bergdörfer noch keinen Defi hatten."

Michael Weidner, Vorsitzender des Feuerwehrvereins der Bergdörfer sagte die Wartung des Defi zu: "Da es bei einem Infarkt auf jede Sekunde ankommt, ist so ein Defibrillator lebensrettend." "Wir haben eine durchschnittliche Eintreffzeit des Notarztes von rund acht Minuten. Und minütlich sinkt die Überlebenschance um rund zehn Prozent, sodass ohne Eingreifen eines Nothelfers die Chance, reanimiert zu werden, gleich null ist", ergänzt Weidner. Eine Falschanwendung ist ausgeschlossen, sodass auch der Laie im Notfall tätig werden kann.

Angelique Kraus, beim ASB als Erste Hilfe Ausbilderin tätig, sucht für weitere Geräte neue Paten. "Ich komme auch gerne und erläutere den Gebrauch."