Coburg Kaufhof-Filialen Coburg, Bayreuth und Bamberg bleiben

Galeria Kaufhof in Coburg bleibt. Foto: Christoph Scheppe

Galeria Kaufhof bleibt in Coburg. Das teilte Paul Lehmann, Gewerkschaftssekretär für den Fachbereich Handel bei Verdi Oberfranken, unserer Zeitung am Freitagnachmittag mit. Auch die anderen Galeria-Kaufhof-Standorte in Oberfranken seien gesichert.

Coburg/Essen - Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof mit Sitz in Essen hat am Freitag die Schließung von 62 seiner 172 Filialen in Deutschland angekündigt. Insgesamt 5317 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dadurch nach Angaben des Gesamtbetriebsrates ihre Arbeit verlieren - und viele Innenstädte einen ihrer wichtigsten Anziehungspunkte. Anders sieht es in Coburg, Bamberg und Bayreuth aus: Hier bleiben die Galeria-Kaufhof-Filialen erhalten.

Paul Lehmann, Gewerkschaftssekretär für den Fachbereich Handel bei Verdi Oberfranken, sagte, "wir freuen uns sehr über die Entscheidung der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Geschäftsführung, an den drei oberfränkischen Standorten festzuhalten". Im Coburger Warenhaus sind nach Angaben der Gewerkschaft knapp 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Der Handelsriese war durch die pandemiebedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Galeria Karstadt Kaufhof rechnet durch die Corona-Pandemie und den davon ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Knapp sieben Monate nach dem Zusammenschluss der Warenhausunternehmen Karstadt und Galeria Kaufhof hatte die Signa-Gruppe, eine Beteiligungs- und Industrieholding mit Sitz in Österreich, im Juni 2019 sämtliche Anteile an der Warenhaus-Gruppe übernommen. Damit entstand die führende Kaufhauskette Deutschlands und die Nummer zwei der europäischen Warenhauskonzerne.

Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) begrüßte die Entscheidung der Essener Konzernführung. "Ich freue mich sehr für die Galeria-Kaufhof-Belegschaft und die Stadt Coburg", wird Sauerteig in einer Pressemitteilung vom Freitagnachmittag zitiert. Nach Informationen der Stadt sei die Coburger Galeria-Kaufhof-Filiale profitabel. Die Vestestadt sei mit ihrer Kaufkraft und der Oberzentrumsfunktion zwischen Rennsteig und Main, zwischen Frankenwald und den Haßbergen ein guter Standort für ein Kaufhaus wie den Kaufhof.

Oberbürgermeister Sauerteig und Landrat Sebastian Straubel (CSU) hatten sich am 8. Juni mit einem Schreiben an die Galeria-Karstadt-Kaufhof-Geschäftsführung gewandt und sich für den Erhalt der Coburger Filiale starkgemacht. Darin unterstreichen Sauerteig und Straubel die Pflicht der "kommunalen Partner", im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag zu leisten, um die Geschäftsbedingungen für das Warenhaus in Coburg zu optimieren. OB und Landrat verweisen dabei auf die Innenstadtsanierung im direkten Umfeld des Kaufhofs. Diese war dem früheren Vorsitzenden der Galeria-Kaufhof-Geschäftsführung, Lovro Mandac, vom damaligen Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) schon im Juli 2009 zugesichert worden. Bis heute hat sich bis auf Planungen und einen Gestaltungswettbewerb allerdings nichts getan. Der Oberbürgermeister sagt in dem Schreiben jedoch zu, dass die Ergebnisse des Wettbewerbs noch vor der Sommerpause der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. OB Sauerteig habe zudem mit dem Vermieter der Coburger Kaufhof-Immobilie, einer Fondsgesellschaft, vereinbart, über eine Minderung des Pachtpreises zu sprechen.

Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach (CSU) bezeichnete die Erhaltung des "Anker-Betriebs" im Handel für den Standort Coburg und das gesamte Umland als Glücksfall. Denn eine Schließung hätte nach Überzeugung von Michelbach auch massive negative Auswirkungen auf die Attraktivität des gesamten Coburger Einzelhandels hervorgerufen.

Von einer "außerordentlich guten Nachricht" für alle Beteiligten sprach Friedrich Herdan, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Coburg. Mit dem Verbleib von Galeria Kaufhof würden die Stadt und ihr Einzelhandel im Wettbewerb mit umliegenden Einkaufsstandorten gestärkt.

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