Coburg/Kronach Ein Hoffnungsschimmer

Die Gastronomie ist eine der Branchen, die im Moment noch am stärksten von der Corona-Krise betroffen sind. Die Arbeitsagentur Coburg-Bamberg meldet aus anderen Bereichen allerdings "deutliche Dynamik". Foto: NGG Presse

Die Agentur für Arbeit meldet einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Raum Coburg, Kronach, Lichtenfels. Arbeitgeber melden mehr offene Stellen.

Coburg/Kronach/Lichtenfels - Die durch die Corona-Krise erst mit Verzögerung eingesetzte Frühjahrsbelebung kam im Juli im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Coburg-Bamberg nahezu zum Abschluss. In der Gastronomie und dem Baugewerbe stehen lediglich noch ein paar Wiedereinstellungen aus. Das teilt die Agentur für Arbeit in ihrem Monatsbericht für Juli mit.

Entwicklung des Arbeitsmarkts in der Region

Stadt Coburg

In Coburg kam der durch die Folgen der Pandemie ausgelöste Anstieg der Arbeitslosigkeit der letzten drei Monate im Juli zum Stillstand, und die Zahl der Arbeitslosen stagnierte. Die Arbeitslosigkeit nahm lediglich um eine Person auf 1458 zu. Vor einem Jahr war sie um 357 Menschen oder 32,4 Prozent niedriger gewesen. Es verloren genauso viele Personen ihre Beschäftigung wie im letzten Jahr. Gleichzeitig fanden 16,3 Prozent weniger einen neuen Arbeitsplatz. Lediglich die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) stieg im letzten Monat um 20 Personen oder 10,2 Prozent auf 217.

Der Arbeitgeberservice bekam im Juli 179 Stellen gemeldet. Das waren 13 (+7,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Im Bestand sind aktuell 707 Jobangebote

Landkreis Coburg

Auch hier ebbte der Corona bedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit allmählich ab. Die Zahl der Arbeitslosen legte im Juli nur noch um vier Personen (+ 0,2 Prozent) auf 2010 zu. Vor einem Jahr waren 560 Menschen (-38,6 Prozent) weniger arbeitslos gemeldet. Es verloren genauso viele Frauen und Männer ihre Beschäftigung wie vor einem Jahr. Gleichzeitig fanden lediglich vier Personen weniger einen neuen Arbeitsplatz. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren stieg im letzten Monat auf 258 an. Die Arbeitslosenquote beträgt wie in den beiden Monaten zuvor 4,0 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent). Im Juli meldeten die Arbeitgeber aus dem Landkreis 167 sozialversicherungspflichtige Stellen, so viele wie vor einem Jahr. Im Pool sind aktuell 754 Angebote.

Landkreis Kronach


Seit dem Beginn der Corona Krise verzeichnete Kronach erstmals einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl. Aktuell sind 1548 Personen arbeitslos gemeldet, 13 weniger (-0,8 Prozent) als im Juni. Vor einem Jahr waren es 238 weniger gewesen (-18,2 Prozent). Es verloren 222 Menschen bzw. 63,6 Prozent weniger ihre Beschäftigung als in 2019. Der starke Rückgang der Arbeitslosmeldungen hat jedoch keine konjunkturellen Gründe, sondern liegt an der Insolvenz der Firma Loewe vor einem Jahr und der sofortigen Freistellung von Mitarbeitern. Gleichzeitig fanden so viele Personen eine neue Beschäftigung wie vor einem Jahr. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg um 3,8 Prozent auf 193. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt seit einem Quartal gleichbleibend bei 4,0 Prozent

Landkreis Lichtenfels

Im Juli verzeichnete man hier eine leichte Verringerung der Arbeitslosigkeit. In den vergangenen vier Wochen hat sich die Beschäftigungslosigkeit um 13 Personen (-0,8 Prozent) auf 1702 reduziert. Vor einem Jahr war die Zahl der Arbeitslosen um 455 Männer und Frauen bzw. 36,5 Prozent niedriger gewesen. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr hat aber um 14,5 Prozent abgenommen.

Es verloren im Juli 127 Personen, (31,4 Prozent) ihre Beschäftigung. Gleichzeitig fanden mit 111 Personen zwei mehr einen neuen Arbeitsplatz als im Vorjahr. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen stieg im letzten Monat um acht auf 191. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich im Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Vor einem Jahr lag sie 3,2 Prozent. Die Arbeitgeber meldeten 171 Stellenangebote.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit, der im Juni bereits deutlich an Dynamik (+134 Personen) verlor, setzte sich auch im vergangenen Monat mit geringer Intensität fort, heißt es weiter. Die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeit, durch die Entlassungen vermieden werden, spiele hierbei eine zentrale Rolle. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Juli nur um 1,1 Prozent (+140 Personen) auf 13 342 Menschen. Das sei für Juli ein saisonüblicher Anstieg.

Vor drei Monaten, im April, habe die Steigerung noch das 10,5-fache (+1471 Personen) betragen. Der Anstieg im Juli resultiere zu 70,7 Prozent aus der größeren Zahl an Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen bis 25 Jahre. Ihr Anteil erhöhte sich in den letzten vier Wochen um insgesamt 99 (+ 6,6 Prozent).

Die Zahl der Arbeitslosen liegt im Raum Coburg-Bamberg um 35,1 Prozent oder 3469 Menschen über dem Vorjahreswert. Vor einem Monat habe das Plus noch 39,7 Prozent bzw. 3755 Personen betragen. Entlassen wurden 1266 Frauen und Männer. Das seien 13,1 Prozent (- 191) weniger als in 2019.

Brigitte Glos, die Leiterin der Agentur für Arbeit Coburg-Bamberg, meint zur aktuellen Lage: "Die angespannte Situation am Arbeitsmarkt lässt seit einigen Wochen spürbar nach, auch wenn von Entwarnung noch nicht die Rede sein kann. Der Abwärtstrend scheint zum Stillstand gekommen zu sein. Die Neueinstellungen und Entlassungen bewegten sich im Juli wieder auf Vorkrisenniveau, und wir hatten einen saisonüblichen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Betriebe meldeten wieder rege neue Stellenangebote."

Die meisten Neueinstellungen habe es im Juni in Produktionsberufen (231 Personen) gegeben. Im kaufmännischen Bereich seien es 188 Einstellungen und im Bereich Verkehr und Logistik 149 gewesen. In der Gastronomie und im Lebensmittelbereich wären es nur 87 Personen gewesen. nk

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