Coburg - Die Tinte noch feucht, die Kameras startklar, der Oberbürgermeister in Sektlaune: Gerade hat er nebenan im Brückner-Salon die Weichen gestellt für den künftigen Kurs des Coburger Landestheaters: Dr. Bernhard F. Loges soll das Haus ab 1. September 2018 künstlerisch durch die Phase der Generalsanierung navigieren. Eine fünfjährige Amtszeit sieht der Vertrag vor, den Loges und Norbert Tessmer soeben unterzeichnet haben und der die Unwägbarkeiten der Umbauzeit berücksichtigt: Das Pensum der Inszenierungen ist nicht fixiert und muss jährlich mit dem Verwaltungsausschuss abgestimmt werden.
Zur Person

Bernhard F. Loges wurde 1980 in Aachen geboren. Seit 2009 ist er Musiktheaterdramaturg an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg. Von Anfang an war er hier für den Bereich Familienopern verantwortlich, seit 2013/14 ist er leitender Dramaturg der Kooperation "Junge Opern Rhein-Ruhr" mit den Theatern Dortmund und Bonn.

Zuvor hatte er als geschäftsführender und künstlerischer Leiter einer Theatergruppe Erfahrungen in der freien Theaterszene gesammelt und diverse Regie- und Dramaturgiehospitanzen und Assistenzen in Schauspiel und Oper absolviert. Loges studierte an der Ruhr-Universität Bochum Theaterwissenschaft, Komparatistik und Alte Geschichte und wurde 2009 zum Dr. phil. promoviert. Seine Dissertation mit dem Titel "Heiliger Wahnsinn auf der Bühne - Die Figur der Hysterika in der Belcanto-Oper" ist beim epodium-Verlag München erschienen. Als Autor war er außerdem für diverse Theaterjahrbücher tätig. Lehraufträge führten ihn seit 2007 an die Ruhr-Universität Bochum und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Loges war Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Richard-Wagner-Stipendienstiftung und der Akademie Musiktheater heute (Deutsche Bank Stiftung).

Dieses Gremium vermochte der künftige Intendant ebenso zu überzeugen wie die Findungskommission: Einstimmig fiel die Wahl unter über 80 Kandidaten (darunter nur drei Frauen) auf den 36-jährigen Aachener, der als Musiktheaterdramaturg an der Deutschen Oper am Rhein einen guten Ruf in der Szene genießt. Die "große Herausforderung", die ihn in Coburg erwartet, umriss Tessmer bei der Präsentation des "Neuen" im Spiegelsaal: "Die nächsten Jahre werden wohl sehr spannend. Kreativität und Erfindergeist sind angesagt", bemerkte er mit Hinblick auf die mehrjährige Generalsanierung, während der das Theater auf eine noch zu schaffende Interimsspielstätte auf dem Ketschenanger ausweichen muss.