Coburg Landestheaterleidet unter Corona-Regeln

Die Beschränkungen in der Corona-Pandemie belasten das Landestheater Coburg zunehmend. Foto: Henning Rosenbusch/Archiv Neue Presse

Das Ensemble bereitet sich auf den Umzug in das neue Globe vor. Der Spielplan bleibt coronabedingt jedoch eher eine Absichtserklärung.

Coburg - Für das Landestheater Coburg ist es eine paradoxe Situation: Im vergangenen Jahr haben die Schauspieler händeringend nach Möglichkeiten gesucht, um unter Corona-Bedingungen spielen zu können. In diesem Jahr stehen Möglichkeiten zur Verfügung, aber die Mitarbeiter sind beunruhigt und verunsichert, wenn es um Bühnenauftritte geht. „An unserer Situation hat sich nicht wirklich viel geändert. Wir können noch immer nicht Theater spielen“, sagte Fritz Frömming, kaufmännischer Direktor des Landestheaters, am Donnerstag im Stadtrat. Der aktuelle Vorstellungsbetrieb wurde auf die 3G-Regeln eingestellt. Auch die Künstler müssen sich an die 3G-Regelung halten. „Wir wollten, dass die Schauspieler ihre Proben möglichst ohne Corona-Masken abhalten können. Unter den momentanen Hygieneregeln gestaltet sich das aber schwierig.“

Das vergangene Sommertheater war für das Ensemble ein kleiner Lichtblick. So konnten mit der Veranstaltungsreihe 143 000 Euro eingenommen werden. „Wir konnten dabei lediglich 136 Plätze besetzen. Wir gehen davon aus, dass wir auch im kommenden Jahr nicht mehr als 150 Plätze besetzen können“, erläuterte Frömming.

Nach den final erfolgten Buchungen im Jahresabschluss 2020 der Stadt Coburg weist die Ergebnisrechnung des Landestheaters einen Jahresüberschuss von 1,5 Millionen Euro aus. Die darin enthaltene Sonderzuweisung in Höhe von 259 000 Euro wird laut Frömming nicht benötigt und der Stadt erstattet. Dieser Überschuss wird für die Folgejahre fortgeschrieben und in eine Sonderrücklage überführt.

Der städtische Zuschuss wurde für das kommende Jahr auf maximal neun Millionen Euro festgelegt. „Falls es zu weiteren Lockdowns kommen sollte, wird sich wohl auch die Kurzarbeit für den Theaterbetrieb nicht vermeiden lassen“, warnte der Direktor. Die größte Herausforderung werde im Sommer der Umzug in die neue Kulturstätte Globe. „Das neue Gebäude muss bezogen, einsatzfähig gemacht und mit einem guten Programm eröffnet werden. Dafür muss es aber auch bespielbar sein. Wir müssen uns vor Ort auf die neuen Bedingungen einstellen.“ Bis dahin werde man aber im Landestheater spielen. Falls die Fertigstellung nicht rechtzeitig gelinge, müsse ein „Plan B“ bereitstehen.

Der vorgesehene Spielplan sei unter Corona-Bedingungen lediglich eine Absichtserklärung. „Es herrscht Resignation. Wenn jetzt auch noch 2G-plus eingeführt wird, ist Netflix zur Unterhaltung vielleicht die bessere Lösung“, sagte Fritz Frömming in einem Anflug von Sarkasmus.

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