Haltung zu zeigen, ist wichtig, ehrenwert und in manchen Berufen unabdingbar. Als Kompliment war es dennoch nicht gemeint, als die konservative Neue Zürcher Zeitung Heribert Prantl als „Verkörperung des deutschen Haltungsjournalismus“ bezeichnete. Der einstige Richter wurde als langjähriger Redakteur und Kommentator der Süddeutschen Zeitung zu einem der bekanntesten Publizisten des Landes, dessen Stimme Gewicht hat und polarisiert. Schätzen viele den Träger des Geschwister-Scholl- und des Kurt-Tucholsky-Preises als politischen Vordenker und moralische Instanz, so gilt er rechten Kreisen als liberaler Prediger.