Coburg - In der Drehscheibe vor dem Lokschuppen, mit der einst mächtige Dampflokomotiven gewendet wurden, wachsen Büsche und Gras. In das leergeräumte, fast besenreine Gebäude regnet es hinein. Ein Dach gibt es nicht mehr, dessen Stahlträger sind abmontiert. Der rechte Flügel eines großen Tors schwingt nach außen. Gehalten wird er von einem Fassadenteil, dessen Statik wenig Vertrauen in die Standfestigkeit erweckt. Ein Zaun mit vielen Schlupflöchern umgibt die Ruine. Sie steht auf einem weitläufigen Grundstück, dessen Betreten verboten ist. Erst der Blick aus dem Flugzeug zeigt, was noch übrig ist vom denkmalgeschützten Lokschuppen zwischen Stadtautobahn, Rodacher Straße und Kalenderweg an den Eisenbahnlinien nach Sonneberg und Bad Rodach: eine brüchige Hülle aus Steinen, Beton und Stahl, eine 23 Meter große Drehscheibe, auf der sich die Natur ausbreitet, und ein paar alte, rostige Gleise - mehr nicht.