Coburg Marketing Redebedarf im Betriebssenat

Im Betriebssenat Coburg Marketing im Rosengarten konnten die Senatsmitglieder ironische Kommentare über ihre Kollegen nicht vermeiden. Foto: NP-Archiv

Die Stimmung auf der Senatssitzung Coburg Marketing war spürbar gereizt. Im Rosengarten wurden vergangenen Dienstag nicht nur nette Worte gewechselt.

Coburg - Die Stimmung im Rosengarten war am vergangenen Dienstag spürbar angespannt. Positive Nachrichten konnte der Betriebssenat Coburg Marketing auf seiner Sitzung größtenteils auch nicht verkünden. Zu sehr ist Coburg noch von den Folgen der Corona-Pandemie gebeutelt. „Es war ein schwieriges halbes Jahr. Wir haben versucht, Kurzarbeit möglichst zu vermeiden, aber leider war uns das nicht immer möglich“, erklärte Horst Graf, Betriebsleiter von Coburg Marketing. Durch ausbleibende Veranstaltungen mussten beispielsweise alle Mitarbeiter des Kongresshauses Rosengarten in Kurzarbeit geschickt werden.

Weil zu Coburg Marketing auch das Citymanagement, die Organisation von Veranstaltungen, der Tourismus und das Kongresshaus zählen, wurden entsprechend vier Halbjahresberichte vorgestellt. „Ich wünschte, ich könnte ihnen endlich einmal positivere Zahlen präsentieren, aber durch Corona finden im Rosengarten eben kaum Veranstaltungen statt“, resignierte Abteilungsleiterin Sandra Schweigert. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2019 konnte das Kongresshaus noch 44 500 Besucher empfangen. In diesem Jahr waren es nur 2300. Die erste kulturelle Veranstaltung fand erst am 21. Juni statt. „Durch die ausbleibenden Veranstaltungen waren unsere Mitarbeiter für den Katastrophenschutz in Coburg tätig. Bis heute sind maximal 160 bis 220 Personen gleichzeitig zu einer Veranstaltung zugelassen“, erklärt Schweigert. Dadurch sei es seit Januar zu insgesamt 112 Stornierungen gekommen.

Neben den lokalen Veranstaltungen ist auch die Tourismusbranche praktisch zum Erliegen gekommen. Stattdessen wurde die freie Zeit genutzt, um die Homepage komplett zu überarbeiten.

Auch die Ratsmitglieder hatten Redebedarf. Einige beschäftigten sich in ihren Gedanken wohl eher mit den jüngsten Entwicklungen der vergangenen Ausschüsse. Besonders die laut geäußerte Kritik bezüglich der ausufernden Länge der Stadtratssitzungen erregte die Gemüter. „Ich muss mich schon wundern, dass manche sich über lange Stadtratssitzungen beschweren und gleichzeitig zahlreiche Anträge stellen und so die Sitzungen noch verlängern“, betonte Bürgermeister Hans Herbert Hartan (CSU). Als Leiter der Veranstaltung sorgte er im Anschluss dafür, dass sich die Gemüter wieder beruhigen und setzte die eigentliche Debatte fort.

Für City-Managerin Andrea Kerby war es keine einfache Sitzung. Auf Nachfrage von Michael Dorant (Bündnis 90/Die Grünen) musste sie sich rechtfertigen, warum der neue Stadt-Slogan „Wir sind alle Stadtmacher“ nicht die weibliche Form berücksichtige (NP berichtete).

Doch die Senatsmitglieder konnten am Dienstag auch von positiven Erfahrungen aus den vergangenen sechs Monaten berichten. So werden die Stadtkampagnen zur Wiederbelebung der Innenstadt von den Coburgern gut angenommen. „Wir bekommen wieder sehr viele Tourismusanfragen. Besonders Tagestouristen zieht es in die Vestestadt“, erklärte Horst Graf. „Generell zeichnet sich ein Trend ab, dass die Deutschen wegen Corona Urlaub im eigenen Land planen.“

Obwohl diese Neuigkeiten eigentlich ein purer Lichtblick für die kommenden Monate sein könnten, war der Spießrutenlauf noch nicht beendet. So berichtete Kerby, dass die neuen Sitzgelegenheiten (Kommunikationsoasen) in der Innenstadt dankend angenommen werden. „Ich werde immer wieder von den Menschen angesprochen, dass es zu wenig Sitzmöglichkeiten in der Fußgängerzone gibt.“ Auf Nachfrage von Thomas Apfel (WPC) betonte die City-Managerin, dass der Tipp für die Konzentrationsoasen vom Bauamt aufgegriffen wurde. „Du siehst, wir gehen auch selbstständig Probleme an. Du brauchst also keinen Antrag zu stellen“, sagte Bettina Lesch-Lasaridis (SPD) mit ironischem Unterton in Richtung Thomas Apfel.

Zum Abschluss konnte Michael Selzer noch einen kleinen Ausblick auf das bevorstehende COlturfestival in den kommenden Wochen geben. Seitens der Kulturstiftung des Bundes wurde eine Förderung von 105 000 Euro bewilligt. Insgesamt stehen somit 142 000 Euro für das Programm zur Verfügung. „Ab dem 30. Juli bis Ende August spielen 50 verschiedne lokale Akteure auf dem COlturfestival. 65 000 Euro des Budgets sollen direkt an die Künstler gehen. Mit dem Rest werden die Kosten für die Auftritte finanziert“, so Selzer.

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