Coburg Ministerium gegen Trennwände

Burkhard Spachmann hinter einem Eco-Safe-Board. Archivbild: Klüglein Quelle: Unbekannt

Die Eco-Safe-Boards schützen demnach nicht ausreichend vor einer Covid-19-Infektion. Das Casimirianum kämpft weiter für die Idee.

Coburg - Noch bis Freitag herrscht in Bayerns Schulen eine allgemeine Maskenpflicht. Das wollte Schulleiter Burkhard Spachmann seinen Casimiarianern ersparen. Helfen sollte dabei das für den Schulbedarf umgebaute Eco-Safe-Board der Firma Schumacher Packaging. Dabei handelt es sich um eine Art Trennwand aus recycelbarer Pappe mit einem Sichtfenster in der Mitte. Eine Idee, die auch zahlreiche Politiker aus der Region überzeugte, unter anderem Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig. Sie schrieben an die bayerische Staatsregierung mit der Bitte, den Einsatz der Innovation zu bewerten.

Das hat das Staatsministerium für Gesundheit inzwischen getan und kommt zu dem Schluss, dass die Trennwände nicht geeignet sind, um vor Corona-Infektionen zu schützen. "Die Schwierigkeiten beim Einsatz von Trennwänden liegen darin, dass sie für einen ausreichenden Infektionsschutz bis zur Decke reichen und eine vollständige räumliche Trennung herstellen müssten", schreibt eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage der Neuen Presse. Grund dafür sei, dass sich die Krankheit Covid-19 nicht nur über Tröpfchen, sondern auch über feine Aerosole, die zur Decke steigen, verbreitet. Es würde laut der Sprecherin allerdings auch nicht helfen, wenn die Trennwände höher wären. Dann würden sie nämlich die Belüftung des Raums und damit den Luftaustausch erschweren. Damit sich die Luft nicht mit Aerosolen anreichern kann, muss sie allerdings regelmäßig erneuert werden, da sind sich die meisten Wissenschaftler einig.

Ein Epidemiologe ist Spachmann inzwischen zur Seite gesprungen: Dr. Andrea Schwarzkopf. Er leitet kommissarisch die Hygiene-Abteilung von Regiomed und sein eigenes Institut. Bei einem Vortrag befürwortete er kürzlich Spachmanns Idee. Die Wände böten einen sehr guten Schutz vor Tröpfcheninfektionen. Die seien das Hauptproblem bei der Verbreitung von Covid-19. Aerosole spielen in seinen Augen zwar auch eine Rolle. Allerdings bildeten die sich weit seltener als oft angenommen. Schwarzkopf verdeutlichte das mit einem Beispiel: "Wenn ich hier spreche, entstehen zum Beispiel keine Aerosole."

Nicht zuletzt durch dieses Urteil sieht sich Spachmann in seinem Vorhaben bestärkt - und will nicht aufgeben. Schließlich droht für den Fall, dass die Infektionszahlen in Coburg steigen, wieder eine Maskenpflicht im Unterricht. Seine Schule besuchen Kinder von vier Medizinern und mithilfe dieser Ärzte will er eine wissenschaftliche Studie anfertigen lassen. Die Ergebnisse sollen bereits in den kommenden Tagen vorliegen.

"Wir wollen doch das Beste für unsere Schüler", sagt Spachmann. Eine sinnvolle pädagogische Arbeit sei in seinen Augen durch die Masken erschwert. Die Trennwände mit ihren Sichtfenstern würden sowohl Schutz bieten als auch pädagogisch sinnvollen Unterricht ermöglichen "Klar handelt es sich dabei um einen Kompromiss. Trotzdem können wir so sowohl für Schüler als auch für Lehrer akzeptable Arbeitsbedingungen bieten", so Spachmann.

 

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