Coburg Nachhaltig Wirtschaften und Ressourcen sparen

Alexander Heider von der Sparkasse überreicht der kleinen Charlotte eine Flasche ihrer Wahl. Foto: Teodoru

Es hat schon Tradition: Jedes Jahr bekommen die Schulanfänger ihre erste Trinkflasche geschenkt. Dafür tragen Stadt und Sparkasse Sorge.

Coburg - Eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe. "Nur dieses Jahr", sagt Christine Zetzmann, Schulleiterin der Grundschule Rödental-Mitte, "ist alles ein bisschen anders". Die Familien der einzuschulenden Kinder haben sich auf ihre zugewiesenen Plätze eingefunden. Der Sicherheitsabstand der Stuhlgruppen lässt sie wie kleine Inseln im Meer der Franz-Goebel-Spothalle aussehen. Trotzdem blicken die Kinder mit Spannung nach vorne.

Bürgermeister Marco Steiner aus Rödental und Stellvertreter des Landrats, Martin Stingl, begrüßen die Kinder stellvertretend für alle 1800 Grund- und Förderschulen in ganz Bayern. Um den Spaß an der Schule nicht zu verlieren, bitten sie, die Hygieneregeln einzuhalten. "Herausforderungen sind da, um gemeistert zu werden", sagt Stingl. Aber nervös machen will man die Kinder auch nicht. "Ihr müsst nicht nervös sein, ihr habt eine tolle Schule!", beruhigt Steiner die Anwesenden. Bald, sagt Zetzmann, sollen die Kinder unter der bunten Schrift zu ihren Klassenzimmern hindurchlaufen, auf der ‚Schule‘ steht. Vorher sollen jedoch die spendablen Ehrengäste vorgestellt werden, die Sicherheit und Gesundheit der Kinder an der Schule unterstützen.

Jedes Jahr werden an den Grundschulen die Emil-Flaschen an die Kinder verteilt. Es sind Glasflaschen in einer schützenden und bunt bedruckten Hülle mit einem Tragegurt. Die Benennung der Flasche geht auf den Vorschlag eines Kindes zurück, erzählt der Schulamtsdirektor für Stadt- und Landkreis Coburg, Uwe Dörfer. Die Aktion gibt es seit nunmehr 22 Jahren und wird jährlich von der Sparkasse unterstützt. So sind inzwischen etwa 200 000 Euro gespendet worden. Eine einzelne Flasche kostet um die 10 Euro, aber im Sinne der Nachhaltigkeit soll die Aktion auch die nächsten Jahre weiterlaufen. "Das hat inzwischen feste Tradition und soll auch in Zukunft so bleiben", sagt Alexander Heider von der Sparkasse. Nachhaltig Wirtschaften und Ressourcen sparen: Das will man den Kindern früh vermitteln. Dörfer mahnt auch zur Vorsicht auf dem Schulweg und bittet um weniger Elterntaxis, um das Verkehrsaufkommen auf dem Schulweg gering zu halten. 2018 gab es immerhin 707 Schülerunfälle in Bayern, vier davon tödlich. Daher bedankt er sich bei Verkehrswacht und AOK für die Spende von Sicherheitsüberwürfen für die Kinder, die es zu jeder Trinkflasche dazu gibt. Diese lassen die Träger schon aus 150 Metern Entfernung für Autofahrer sichtbar werden. Auch das erhöht die Sicherheit für die Schüler auf dem Schulweg, denn immerhin leben fast alle Erstklässler der Grundschule Rödental Mitte innerhalb von zwei Kilometern Reichweite. Eine gute Strecke, um zu Fuß zu gehen.

Nach einem Segen von Gemeindereferentin Christine Schweda und Pfarrer Jörg Maler sammeln sich die Erstklässler bei ihren Lehrerinnen und bekommen ihre Geschenke. Dann endlich geht es unter dem bunten Schriftzug durch in die "Schule".

 

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