Coburg Neustadt bekommt wieder eine Brauerei

Thomas Sommer hat schon mal ein Helles eingeschenkt, das künftig auch in dieser Sudanlage gebraut wird. Foto: Tischer

2002 hatte die letzte Braustätte ihre Türen geschlossen. 2021 will Thomas Sommer an die Tradition anknüpfen.

Meilschnitz - Man muss schon eine Weile zurückblicken, um sich noch an die Neustadter Brauwelt erinnern zu können. Die Geussen-Bräu - 2002 war Schluss - war die letzte Vertreterin einer Zunft, die ebenfalls mit dem veränderten Konsumverhalten zu kämpfen hat wie viele andere. Von Putzenbräu (1977) oder Werner-Bräu (1992) ganz zu schweigen, die noch viel früher ihre Segel streichen mussten.

Doch nun zeigt sich ein Silberstreif am heimischen Bierhimmel: In Meilschnitz wird Thomas Sommer im kommenden Jahr eine Brauerei eröffnen, mit allem, was dazu gehört: Wirtshaus, Biergarten, Pension, Veranstaltungssaal und eben der eigenen Brauwelt - "Keilerwald" heißt das Gastronomie-Unternehmen. "Die Bauarbeiten an den Brauereiräumlichkeiten sind abgeschlossen und das Sudhaus wurde nach langer Wartezeit endlich geliefert und nun installiert", erläutert Sommer. Fachmann Daniel Bassing stand ihm da zur Seite und programmierte beispielsweise die Steuerung. Es handelt sich dabei also um kein Spielzeug, sondern um eine Brauanlage "en miniature". Echte Handarbeit und Liebe zum Produkt stehen hierbei an erster Stelle. Klare Distanzierung von industriellen Massenbieren und multinationalen Großkonzernen ist ein Kernbestandteil seiner Brauerei.

"Der Konsument soll durch tiefe Einblicke in die Brauerei, die Produkte und deren Herstellung endlich wieder wissen dürfen, was er konsumiert", stellt Sommer klar. In der Erlebnisbrauerei mit wildem Wirtshaus wird es aber auch Bierseminare "in Verbindung mit der Volkshochschule", Kleinkunst sowie Speisen "in Facetten, die keiner so kennt und man nicht schmeckt, dass es sich um Wild handelt", geben.

Regional, saisonal und zünftig soll es ab 2021 also zugehen im ehemaligen Försterhof. "Da gibt es freilich noch einiges zu tun", blickt er nach vorne. "Der Biergarten wird aufgepeppt, es wird einen neuen Smoker geben und der Tresen wird eine Renaissance erfahren", verspricht der Wirt, der als gelernter Winzer und Oenologe neue Sphären erklimmt. "Es wird beispielsweise keine Klöße geben, sondern Burger, Wildbratwurst und kubanisches Sandwich und auch vegane und vegetarische Gerichte." pet

 

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