Coburg Nur noch 200 Impf-Dosen

Das Interesse an der Coronaimpfung ist von heute auf morgen regelrecht explodiert. Foto: Frank Wunderatsch

Der Andrang war zu groß. Am Freitag findet das vorerst letzte offene Corona-Impfangebot statt

Coburg - Noch vor wenigen Wochen herrschte große Impfmüdigkeit im Coburger Land. Doch die steigenden Coronazahlen und die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für eine Auffrischungsimpfung haben das schlagartig geändert. Plötzlich stehen die Menschen vor dem Impfzentrum an der Alten Angerturnhalle Schlange, um ohne Registrierung eine sogenannte Boosterimpfung zu erhalten. Und: Die Telefone laufen heiß

Der riesige Ansturm auf die offenen Impfangebote kam völlig überraschend und hat die verfügbaren Kapazitäten deutlich überschritten. „Die Nachfrage der Leute ist von heute auf morgen regelrecht explodiert. Allein in dieser Woche wird es zu 3500 Corona-Impfungen kommen. Hinzu kommen noch die Impfungen der Hausärzte“, betonte Martin Stingl, Leiter des Impfzentrums Coburg in Witzmannsberg am Mittwoch bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz.

Stadt- und Landkreis sehen wegen der hohen Nachfrage dringenden Handlungsbedarf. Schon am Freitag soll das offene Impfangebot zwischen 19 und 21 Uhr geordneter ablaufen, wie Landrat Sebastian Straubel erklärte: „Jede Spritze trägt dazu bei, die Coronakrise zu bewältigen. Aber die Impfungen müssen koordinierter ablaufen.“ Um lange Wartezeiten zu vermeiden, werden am Freitag die älteren Mitbürger ab 60 Jahren bevorzugt. Insgesamt stehen diesmal lediglich 200 Einzelimpfdosen zur Verfügung. Außerdem wird es in den kommenden zwei Wochen vorläufig keine weiteren offenen Impfangebote geben. „Unser Personal arbeitet am absoluten Anschlag. Bisher waren für offene Termine zwischen 80 bis maximal 140 Impfdosen vorgesehen. Daher konnten die Impfdosen gut kalkuliert werden. Am Dienstag waren es insgesamt 448 Impfungen“, erklärt Stingl.

Da die extrem große Nachfrage nicht absehbar war, könnte das vorhandene Impfstoffkontingent knapp werden. Auch das Personal muss aufgestockt werden. Daher werden – Stand Mittwoch – bis zum 20. Januar vorläufig keine Impftermine mehr vergeben. Laut Stingl könne sich dies aber jeden Tag wieder ändern „Momentan impfen wir noch mit Biontech. Mit der nächsten Lieferung werden wir aber auch Dosen von Moderna und Johnson & Johnson bestellen“, so Stingl.

Wer einen Termin für die Corona-Impfung reservieren möchte, sollte sich derzeit besser nicht telefonisch an das Impfzentrum in Witzmannsberg wenden. Die Leitungen seien überlastet, weil es auch hier an Personal fehle. Stattdessen sollten sich die Coburger möglichst über die Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums um verfügbare Zeiten bemühen. „Wer bereits einen Termin zur Impfung vereinbart hat, kann sich aber sicher sein, dass an diesem Tag auch Impfstoff zur Verfügung steht“, betonte Stingl. „Weitere Termine werden von uns so bald wie möglich freigeschaltet. Sehr viele Menschen haben sich momentan für eine Impfung entschieden. Wir tun unser Bestes, um den Menschen die Impfung so angenehm wie möglich zu gestalten.“

Für die kommenden Wochen ist Stingl aber durchaus positiv gestimmt. So soll das Personal aufgestockt werden, um mit Verstärkung für die Impfteams weitere Impfangebote machen zu können.

„Bis zum Herbst hatten wir viele Kapazitäten frei, da es einfach keine Nachfrage mehr gegeben hat. Jetzt muss eben wieder anders geplant werden. Wichtig ist hierbei auch die Sicherstellung der Impfpriorisierung.“

Die Auffrischungsimpfung solle in erster Linie die Wirksamkeit für Mitbürger erhöhen, die ein erhöhtes Risiko haben, an Covid-19 schwer zu erkranken. Daher werde, betonte Stingl, die ältere Generation beim offenen Impftermin am morgigen Freitag bevorzugt behandelt.

Landrat Sebastian Straubel begrüßte es, dass die Impfbereitschaft wieder stark zunimmt. Allerdings müsse für einen flüssigen Impfablauf gesorgt werden: „Es ist eine erfreuliche Nachricht, dass die Impfnachfrage wieder steigt. Wir können die Coronakrise nur gemeinsam stemmen. Allerdings wollen wir einen koordinierten Ablauf. Unser Personal ist an seiner Belastungsgrenze.“

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