Coburg - Führende Politiker und Unternehmer aus dem Raum Coburg fordern den Präsidenten der Regierung von Mittelfranken, Thomas Bauer, "eindringlich" auf, das Planfeststellungsverfahren für den Neubau eines Verkehrslandeplatzes in der Gemeinde Meeder "konstruktiv und erfolgreich zum Wohle der starken Wirtschaftsregion Oberfranken-West zu Ende zu führen".

Bauer untersteht das Luftamt Nordbayern. Dort läuft derzeit das Genehmigungsverfahren für den geplanten neuen Flugplatz im Landkreis Coburg. Er ist als Ersatz für die Brandensteinsebene vorgesehen. Dort endet 2019 die Genehmigung für den Instrumentenflugbetrieb mit Geschäftsflugzeugen. Dieser ist nach Angaben von Unternehmen notwendig, um Flüge zu eigenen Werken, Lieferanten und Kunden unabhängig vom Wetter sicher planen zu können. Den Brief an den Regierungspräsidenten unterschrieben haben Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer und Landrat Michael Busch, IHK-Präsident Friedrich Herdan, Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Brose-Gruppe, deren Geschäftsführer Jürgen Otto, sowie die Geschäftsführenden Gesellschafter der Unternehmen Kapp, Schumacher und Wöhner, Martin Kapp, Björn Schumacher und Frank Wöhner. Deren Firmen stehen im westlichen Oberfranken für mehrere tausend Arbeitsplätze. Von ihren Firmenzentralen in der Stadt und im Landkreis Coburg steuern sie Niederlassungen in Europa, Amerika und Asien.

Anlass für das Schreiben sind Äußerungen des Regierungspräsidenten, die Brandensteinsebene sei auch über 2019 hinaus für Geschäftsflugzeuge nutzbar. Dem widersprechen die Politiker und Unternehmer entschieden. Sie verweisen darauf, dass schon 2006, nach Abschluss des Raumordnungsverfahren, festgestellt worden sei, "dass die Brandensteinsebene nicht nachhaltig ausbaubar ist". Daran seien die Regierung von Oberfranken, das Luftamt Nordbayern und die Deutsche Flugsicherung beteiligt gewesen. Damals sei Meeder als zu favorisierender Standort für einen zukunftsfähigen Verkehrslandeplatz festgelegt worden. Die Brandensteinsebene entspreche nicht heutigen bzw. zukünftigen Sicherheitserfordernissen für Piloten, Passagiere und Anwohner. Dies könne nur mit dem Flugplatzneubau erreicht werden.