Coburg – Herrmann betont, er habe die Expertengruppe der bayerischen Polizei zudem beauftragt, „im Hinblick auf die Einrichtung kommunaler Videoüberwachung auch mit der Stadt Coburg Kontakt aufzunehmen“. Hintergrund ist, dass der Steinweg angesichts seiner zentralen Lage sowie der hohen Dichte an Einkaufsmöglichkeiten, Gaststätten, Diskotheken und Nachtbars einen Schwerpunkt der Lagebewertung und Einsatzplanung des Polizeipräsidiums Oberfranken darstelle.


Im Vergleich der Jahre 2015 und 2016 sei die Zahl der im Steinweg registrierten „Aggressionsdelikte“, zu denen Schlägereien gehören, um sechs Prozent angestiegen. 98 Prozent der Fälle – 84 Delikte – seien auf das Wochenende entfallen. Diese Entwicklung halte 2017 an.

Der Innenminister betont, die Videoüberwachung habe sich zur Verhütung und Bekämpfung von Straftaten in öffentlichen Räumen „nachhaltig bewährt und ergänzt in wertvoller Weise das Spektrum der polizeilichen Maßnahmen“. Videokameras schreckten nicht nur mögliche Straftäter ab, sondern könnten wichtige Fahndungs- und Ermittlungsansätze liefern, so Herrmann. Die Technik stelle das „sichtbare technische Auge der Polizei und somit eine wirksame Ergänzung zur Polizeipräsenz dar“. Es stärke „in erheblichem Maße auch das Sicherheitsgefühlt der Bevölkerung“.

Joachim Herrmann versichert seinem Parteifreund Hans Michelbach, „dass mir die Sicherheit im Bereich Steinweg sehr am Herzen liegt und das Polizeipräsidium Oberfranken auch weiterhin unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der dortigen Situation treffen wird“. Die Bürgerinnen und Bürger erwarteten zu Recht, „dass der Staat Kontrolle und Wehrhaftigkeit beweist“, aber auch vorbeugend handele. Ohne Sicherheit, so der Innenminister, „gibt es keine Freiheit“.

Hans Michelbach schreibt in einem Brief an Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD), er hoffe, dass die Stadt Coburg den Ball umgehend aufnimmt, den Innenminister Herrmann der Kommune zugespielt habe. Ziel müsse es, so der CSU-Bundestagsabgeordnete, sein, dass der Stadtrat unmittelbar nach der Sommerpause, die Mitte September endet, über die Videoüberwachung im Coburger Steinweg entscheidet.