Coburg - Dass Braut oder Bräutigam kurz vor der alles entscheidenden Frage wahlweise kalte Füße oder Schweißperlen auf der Stirn bekommen, soll in fast allen Standesämtern der Republik gelegentlich vorkommen. Dass aber der Standesbeamte nach der Zeremonie schweißgebadet aus dem Trausaal huscht, das gab es bisher nur in Coburg. "Im Sommer", erinnert sich Michael Rodenburger, "war der Raum der reinste Backofen". Wenn die Sonne auf das Bürglaßschlösschen brannte, dann heizte sich der neoklassizistische Saal kräftig auf. Bei Raumtemperaturen, die schnell die 40-Grad-Marke knackten, standen nicht nur die Brautleute, sondern auch die Standesbeamten regelmäßig "unter Wasser", wie sich der Leiter des Coburger Standesamtes erinnert.