Neustadt - Sie heißen Selina, Jasmin und Theresa und stehen stellvertretend für ihre Schulkameradinnen der Moos-Schule. Die Mädchen der Klasse 10m durchlaufen gerade ein Projekt, das zur Gewaltprävention nicht nur an Schulen beiträgt. Gabriele Selch, Sportlehrerin an der Hauptschule am Moos, ist gegen Gewalt aller Art und möchte mit diesem Projekt ihren Schülerinnen vermitteln "Schaut nicht weg! Sagt nein! Wehrt euch!" Seit dem Schuljahr 2008/2009 sind projektbezogene Arbeiten an der Moos-Schule auf dem Vormarsch. Und das mit gutem Erfolg. "Ich finde das total gut. Da hat man auch im richtigen Leben was davon", strahlt die 16-jährige Theresa. Man merkt dem Teenager förmlich an, dass er mit Begeisterung bei der Sache ist und sich engagiert einbringt. Keinen Moment ist etwas von "Null-Bock" oder "blöde Penne" zu spüren. Das Projekt besteht aus drei Teilen: Mit Unterstützung des Fitnessstudios "Time out" besuchten die Mädchen das Studio und schnupperten externe Luft. Einen Kurs in Selbstverteidigung führten Heinz Kronschnabel und Marnie Schneider in der Schule durch. "Dann wurde den Mädchen vermittelt, wie Gewalt entsteht und wie man ihr entgegenwirkt", zeigt Selch den dritten Baustein auf. "Ich find es schon sehr gut, dass solche Projekte laufen", bezog die 16-jährige Selina eindeutig Stellung pro solcher Unterrichte. "Die Einbeziehung externer Partner sorgt dafür, dass wir über den Tellerrand schauen dürfen." Grundkenntnisse in Selbstverteidigung sorgten dafür, dass reale Ängste auf einem gesunden Niveau bleiben. "Es muss erst gar nicht so weit kommen, dass sich Gewalt in physischer (Prügeleien) und psychischer (Erpressung, Diskriminierung, Mobbing) Gewalt zwischen Schülern, zwischen Schülern und Lehrern, sowie Gewalt gegen Schuleigentum und Gegenstände äußert", führt Selch auf. Neben den Praxis-Einheiten wird unterrichtsbegleitend Theorie dazu gelehrt. "Durch Übungsformen und Spiele erweitern die Schülerinnen ihr Bewegungsrepertoire", erläutert Selch. Ziele sind unter anderem die Selbstfindung und -behauptung durch Bewegung und Körperkontakt, das Klarwerden und Überwinden von existenziellen Ängsten vor allen Dingen vor Berührung und Versagen sowie die Verbesserung der Ich- und Sozialkompetenz.