Coburg / München - Eigentlich möchte Karin Lohr gar nicht, dass man Obdachenlosenzeitschrift sagt. "Wir sind eine Straßenzeitschrift, die Bürgern in sozialen Schwierigkeiten hilft, sich selbst zu helfen", betont die Geschäftsführerin von BISS. Das BISS-Magazin ist die älteste und mit einer verkauften monatlichen Auflage von 38 000 Exemplaren eine der erfolgreichsten Straßenzeitungen Deutschlands. Mehr als 100 Verkäufer bieten das Magazin elf Mal im Jahr in München an. Es sind Arme, Obdachlose oder ehemals Obdachlose, die das Geld gut gebrauchen können. "BISS-Verkäufer kann nur werden, wer bedürftig im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) ist", betont die Geschäftsführerin. "Die Hälfte von ihnen sind bei uns fest angestellt und bekommen zum Beispiel Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall", betont sie. Auch das Erstellen der Inhalte liegt in den Händen von Bedürftigen. "Viele Artikel entstehen in einer Schreibwerkstatt." Hilfe dazu gibt es von professionellen Journalisten und Fotografen. Von den 2,20 Euro Verkaufspreis bleiben 1,10 Euro beim Verkäufer. "Er verdient damit nicht nur Geld, sondern durch die regelmäßige Tätigkeit wird ein schrittweiser Austritt aus Isolation, Armut und Ausgrenzung ermöglicht", erklärt Karin Lohr.
Coburg "Sie nutzen unser gutes Image"
Steffi Wolf 14.12.2018 - 15:18 Uhr