Coburg trifft Toledo Neue Wege beim Schüleraustausch

Das Bild zeigt einen Ausschnitt der von den Schülerinnen und Schüler erarbeiteten Präsentationen über ihre jeweiligen Heimatstädte. Foto: privat

Die amerikanische Partnerstadt live besuchen? Derzeit einfach undenkbar! Am Casimirianum hat man trotzdem einen Weg gefunden, die Zehntklässler reisen zu lassen.

Coburg - Eigentlich hätten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Gymnasium Casimirianums in Coburg in diesem Jahr eine ganz besondere Reise antreten sollen. Im Sommer 2019, als eine Coburger Delegation in Toledo die neue Städtepartnerschaft mit Vertrag und Unterschrift besiegelte, wurde nämlich auch die Idee eines Schüleraustausches konkretisiert. Doch den Plänen, die Maumee High School in Coburgs neuer amerikanischer Partnerstadt zu besuchen, kam die Pandemie dazwischen.

Was also tun, wenn man nicht reisen kann? Jan Bierweiler, Englischlehrer am Casimirianum, und seine amerikanische Kollegin Maria Herman suchten nach Lösungen und wurden schnell beim Goethe-Institut fündig. Unter der Abkürzung GAVE, die für German-American Virtual Exchange steht, gibt es dort das genau passende Programm.

Der Anmeldung folgten auf beiden Seiten die Vorbereitungsarbeiten und die Planungen, die in wöchentlichen Videokonferenzen zwischen Jan Bierweiler und Maria Herman abgestimmt wurden. Der Zeitplan war ehrgeizig, denn man wollte den Austausch noch vor den Osterferien starten können. Neben den Aufgaben, die von den Schülern und Schülerinnen im Unterricht erledigt werden, gehören zum Programm auch der informelle Austausch unter den Partnern, meist über soziale Medien aber auch virtuelle Treffen. Ende April traf man sich erstmals am Nachmittag online und auch an diesem Dienstag (4. Mai) wird erneut die virtuelle Brücke zwischen Coburg und Toledo gespannt.

Zum Kennenlernen haben die Schülerinnen und Schüler bereits Präsentationen in der jeweiligen Fremdsprache erarbeitet, in denen Sie ihre Heimatstädte mit ihren Besonderheiten aber beispielsweise auch ihre Lieblingsplätze vorstellen.

„Natürlich wären wir alle viel lieber ganz real nach Toledo geflogen und hätten uns die Lieblingsplätze unserer Partnerschüler live angeschaut“, bekennt Jan Bierweiler. Aber mit dem virtuellen Austausch hätte man eine gute Alternative gefunden, „die uns die Chance gibt, uns trotz aller Widrigkeiten, kennen zu lernen.“

Dem kann Jürgen Heeb als Städtepartnerschaftsbeauftragter des Coburger Stadtrats nur zustimmen. „Auch wir hatten in diesem Jahr schon einen Besuch einer Delegation aus Toledo fest eingeplant, den wir aber nun kürzlich leider endgültig absagen mussten. Der Austausch zwischen unseren beiden Städten funktioniert aber auch in diesen nicht einfachen Zeiten wunderbar, denn wir sehen und hören uns regelmäßig in Videokonferenzen, bei denen wir Neuigkeiten austauschen und natürlich auch das nächste reale Treffen planen“, so Heeb.

Denn in einem sind sich Jürgen Heeb und Jan Bierweiler völlig einig – die virtuellen Runden sind kein echter Ersatz für ein wirkliches Treffen, „aber das holen wir nach, sobald es wieder möglich ist“, betonen beide. red

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